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Ende der Märchenstunde

Landauf- landab wird seit einer Woche über die Energiezukunft der Schweiz verhandelt. Vier in der Bevölkerung gut verankerte Märchen tauchen dabei immer wieder auf. Es ist an der Zeit, diese als solche zu entlarven:

Nummer 1: „Die übermässige graue Energie und die Solaranlagen“

Inhalt in Kurzform: Die Herstellung einer Sonnenenergie-Anlage verbraucht mehr Energie, als sie während ihrer Lebensdauer produzieren kann.

Richtig ist: In der Regel hat sich nach höchstens vier Jahren die graue Energie der Solaranlagen amortisiert und die Anlagen produzieren „überschüssigen“ Strom.

Umfragen zeigen, dass Leute, welche dem Märchen Glauben schenken, grösste Zweifel haben, dass sich die Schweiz je einmal aus der Atomenergie lösen kann.

Nummer 2: „Der billige Atomstrom“

Inhalt in Kurzform: Der Atomstrom ist so billig, dass alle anderen Stromquellen preislich nicht mithalten können und ein volkswirtschaftliches Desaster droht, wenn der Anteil im Strommix an nuklearer Energie nicht eine gewichtige Grösse hat.

Richtig ist: Bewusst ausgeklammert wird, dass die Atomenergie faktisch auf eine Staatsgarantie baut, die bei einem Versicherungsschaden über 2 Milliarden Franken zum Tragen kommt. Die versicherte Summe steht in keinem Verhältnis zum Schadensfall, der eintreten könnte. Ungenügend eingerechnet sind zudem der Abbau und die Entsorgung des nuklearen Abfalls – praxistaugliche Zahlen sind dazu noch kaum erhältlich. Klar ist jedoch, dass die Hochrechnungen insgesamt viel zu euphorisch ausfallen. Der aktuelle Preis einer kWh-Atomstrom entspricht damit in keiner Weise der Kostenwahrheit.

Nummer 3: „Das gigantische Stromloch der Zukunft“

Inhalt in Kurzform: In einigen Jahren wird die Stromlücke so gross sein, dass nicht nur der Produktionsstandort Schweiz gefährdet ist, sondern auch die Versorgungssicherheit der Privathaushalte.

Richtig ist: Obschon davon ausgegangen wird, dass nebst der Bevölkerung auch die Anzahl elektrischer Geräte pro Haushalt in den kommenden Jahrzehnten wächst, prognostizieren die Spezialisten für Stromeffizienz, dass weniger Strom verbraucht werden kann – wenn die richtigen Massnahmen eingeleitet werden! So müssen stromfressende Geräte endlich vom Markt verschwinden, verständliche Kundeninformationen und finanzielle Stromsparanreize geschaffen und der Stromverbrauch clever gesteuert werden. Eine Stadt in Holland macht es bereits heute vor: Mit der LED-Strassenbeleuchtung, die auf Bewegungsmelder reagiert, können 80 Prozent der Strassenbeleuchtungsenergie eingespart werden.

Nummer 4:  Die unendlichen Kosten der Erneuerbaren“

Inhalt in Kurzform: Die Kosten für die Herstellung und die langen aufwändigen Verfahren bis zur Inbetriebnahme von Erneuerbaren sind immens und rechnen sich nicht.

Richtig ist: Unterschiedliche wissenschaftlichen Berechnungen zeigen ein vollkommen anderes Bild einer stark fallenden Kostenkurve der Erneuerbaren gegenüber einer rapid steigenden der endlichen Stromherstellungsquellen – mehr Worte erübrigen sich.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 

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