Startseite Blog Tue Gutes und vergiss nicht dein Portemonnaie!

Tue Gutes und vergiss nicht dein Portemonnaie!

Doch, doch, das haben wir inzwischen verstanden: Die Gastbetriebe haben auch für das Auftischen von Wasser Unkosten und wollen diese Dienstleistung nicht einfach so erbringen. Löhne, Infrastruktur etc. kosten auch wenn Gratiswasser auf den Tisch kommt. Das ist klar. Vielleicht sollten aber auch einige Gastwirte und ihr Verband einmal zuhören statt sich über unsere „Verbohrtheit“ zu echauffieren?

Die Unkosten bestreiten wir nicht. Solange im Gastbetrieb beispielsweise auf der Getränkekarte offengelegt ist, ob und wieviel Hahnenwasser kostet, ist das aus unserer Sicht in Ordnung (wir finden es allerdings auch durchaus vertretbar, dass zu einem Kaffee oder zum Essen mit Wein kostenlos Wasser gereicht wird). Ausser, das Hahnenwasser kostet mehr als Mineralwasser oder die Einnahmen werden unter dem Mäntelchen einer guten Tat versteckt. Und genau diesen Eindruck macht die Aktion ZH2O. Gastwirte verlangen für einen halben Liter Hahnenwasser drei Franken: Ein Franken kommt den Wasserprojekten der Hilfsorganisation Helvetas zu gute, zwei Franken behält der Wirt für seine Unkosten.

Konsumenten sind sicher gerne bereit, mit ihrem umweltfreundlichen Trinkwasser-Konsum in der Gaststätte einen Beitrag an Helvetas zu leisten. Drei Franken lässt man dafür gerne springen. Ist es aber korrekt, dass bei einer solchen Aktion nur die Konsumentin ihren guten Willen unter Beweis stellt und der Gastwirt trotzdem zwei Franken pro halben Liter Hahnenwasser einsteckt? Und dazu noch Imagewerbung macht für seinen Betrieb? Und eine elegante Lösung gefunden hat, um den Gästen das kostenpflichtige Hahnenwasser schmackhaft zu machen? Wir finden nein und schlagen vor, dass auch der Wirt einen Beitrag leistet und zwei Franken statt nur ein Franken an das Hilfswerk fliessen.

Und wir schlagen vor, dass GastroSuisse und sein Zentralpräsident Klaus Künzli das nächste Mal die Frage genauer ansieht: Auf eine kurze Frage der NZZ am Sonntag, wie er denn die ZH2O-Aktion beurteile, weibelte er lediglich dafür, dass Gastwirte auch für Wasser etwas verlangen müssen.

Das, Herr Künzli, haben wir wie gesagt verstanden. Verstehen Sie uns auch?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 

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