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Durchsichtige Preispolitik

Selbst Eltern, welche über ein gutes Sehvermögen verfügen, reiben sich die Augen beim Kauf einer neuen Brille für ihren Nachwuchs: Die Preise für Kinderbrillen sind in den letzten Monaten in den Keller gepurzelt. Auslöser dafür sind nicht irgendwelche undurchsichtigen marktwirtschaftlichen Mechanismen, sondern eine simple Petition, welche verlangt, dass die Krankenkassen für Kinder und Jugendliche einen Beitrag an die Brillengläser zahlen soll.

Zusammen mit der Schweizerischen Ophthalmologischen Gesellschaft und weiteren Organisationen sammelt die Stiftung für Konsumentenschutz seit zwei Monaten Unterschriften für die Wiedereinführung dieses Beitrages. Auf Ende Jahr wurde der Beitrag an Brillengläser aus der Grundversicherung der Krankenkassen herausgestrichen. Für Erwachsene mag das verkraftbar sein, bei Kindern und Jugendlichen sieht es anders aus: Diese benötigen wegen ihres Wachstum und den schnellen Veränderungen ihres Sehvermögens regelmässig angepasste Brillengläser. Sehfehler treten häufig in der selben Familie auf und belasten das Budget deshalb sehr stark, nicht behandelte Sehfehler wirken sich später verhängnisvoll aus – auch auf die Gesundheitskosten (siehe auch Blog vom 23. Februar 2011).

20 Minuten Online hat nun herausgefunden, dass die Kinderbrillen deutlich günstiger geworden sind – innerhalb von wenigen Wochen sind die Preise je nach Anbieter markant gesunken. Pauschalpreise und günstigere Fassungen führen dazu, dass eine Kinderbrille heute im Extremfall sogar günstiger zu stehen kommt als vorher mit dem Beitrag der Krankenkasse. Ein „Danke schön“ also den Brillengeschäften, welche mithelfen, die neue finanzielle Belastung der betroffenen Familien abzufedern.

Das Ganze hinterlässt allerdings auch einen schalen Nachgeschmack: Da nun plötzlich derart günstige Preise möglich sind, heisst das auf der anderen Seite, dass die Familien und die Krankenkassen vorher jahrelang zu hohe Preise zahlen mussten. Und zuerst der Druck durch die Petition notwendig war, bevor die Branche reagierte. Denn warum werden die Preise gerade jetzt gesenkt und warum nur auf Kinderbrillen? Bei den Erwachsenen haben sich die Preise nämlich kaum bewegt.

Die Petition ist deshalb nötiger denn je: Der Druck muss aufrechterhalten werden. Und die Preise einiger Billiganbieter täuschen nicht darüber hinweg, dass die finanzielle Belastung bei komplexen Korrekturen für Familien sehr hoch bleibt.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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