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Knebelverträge bröckeln!

Noch läuft unsere Terminumfrage: Wir verhandeln mit den Telekommunikationsanbietern in den nächsten Wochen über konsumentenunfreundliche Praxen am Runden Tisch. Dabei wollen wir sie überzeugen, dass solche Geschäftsgebaren – in einem Markt mit sehr beschränktem Wettbewerb – nun endlich gestoppt werden müssen.

Auf unserer To-Do-Liste steht nebst den Themen „Verwirrung bei Angebot und Preis“, „Warnsystem bei zu hohen (Roaming-)Kosten“, „Prepaid-Kunden: Negativguthaben“ auch die Thematik „Anbieterwechsel vereinfachen“. Darunter fällt in erster Linie die Aufhebung der unsäglichen Knebelverträge.

Schön, dass unsere „Androhung“ des Runden Tisches nun bereits im Vorfeld Wirkung zeigt: Von der Swisscom wird heute bekannt, dass sie noch im laufenden Jahr diese Knebel-Praxis aufheben will. In Gesprächen vom vergangenen Jahr signalisierten die beiden anderen Anbieter Interesse an einer Besserstellung der gefangenen Kundinnen und Kunden, vorerst mindestens an der überfälligen Offenlegung der Vertragsdauer und Kündigungsfrist.

Cablecom hat es am Anfang dieses Jahres vorgemacht und die Knebelklausel aufgehoben. Dass nun der Marktführer im Mobil- und Festnetz nachzieht, ist erfreulich und wird voraussichtlich unsere Gesprächszeit am Runden Tisch verkürzen. Denn die beiden Mobilfunk-Anbieter Sunrise und Orange tun gut daran, ihre Praxis sofort zu überdenken und ebenfalls den Schritt in mehr Kundenfreundlichkeit auch zu machen.

Solange Geräte mit dem Kauf von Abonnementen subventioniert werden, muss eine erste Mindestlaufzeit eines Vertrags auch zukünftig akzeptiert werden. Anschliessend soll aber nach freiem Ermessen auf jeden Monatsbeginn ein Anbieterwechsel durchgeführt werden können. Diese Umstellung ist eine erste Annäherung an einen funktionierenden Wettbewerb, welcher auch den Konsumentinnen und Konsumenten – laut Lehrbuch – einiges zu bieten hätte.

Doch noch mangelt es an Vergleichbarkeit in der Telekommunikationsbranche. Nun bin ich gespannt, ob dafür in den nächsten Tagen auch eine Lösung eines Anbieters vorgelegt wird*. Somit verkürzte sich die Verhandlungsdauer am Round Table nochmals merklich.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

* Anmerkung 23.02.: In der gestrigen Abend-Online-Presse war zu lesen, dass sich die Swisscom für ein Warnsystem gegen zu hohe Surfkosten (wenn man sich im Ausland befindet) einsetzen will: schon wieder ein Treffer, vergleiche oben unsere Traktandenliste!

* Nachtrag 28.02.: Die Swisscom legt Wert auf die Information, dass sie bereits vergangenen November die Einführung einer Kostenlimite sowie die Senkung der Roamingpreise für Daten angekündigt hat (Medienmitteilung vom 4. November 2010).


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