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Nanotechnologie: Warnschuss

*Es ist sehr besorgniserregend, aber leider nicht allzu überraschend: Ein Forscherteam des Departementes Biochemie der Universität Lausanne, der Universität Orléans und des französischen Forschungszentrums CNRS haben herausgefunden, dass Nanoteilchen von Titandioxid die menschliche Lunge schädigen können. Bereits werden Vergleiche bemüht, welche dieses nanotechnologische Titandioxid mit Asbest gleichsetzen.

Synthetische Nanomaterialien sind zwar gross im Kommen und werden als die Zukunftstechnologie bezeichnet, aber in den letzten Jahren wurden von verschiedenen Seiten immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht. Auch die SKS hat gewarnt: Die Risikoforschung hinkt der Entwicklung nach, gesetzliche Grundlagen und Regulierungen sind ebenfalls lückenhaft und Konsumentinnen und Konsumenten erfahren nicht, in welchen Produkten Nanotechnologie eingesetzt wird. Bei der Nanotechnologie handelt es sich um eine breite, komplexe Technologie, deren langfristige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt nicht oder nur ansatzweise erforscht sind. Gerade bei Titandioxid, welches für die weisse Farbgebung von Zahnpasten, Kosmetika, Sonnencremen oder Lebensmittelfarben eingesetzt wird, wurde aber immer wieder beteuert, dass diese nanotechnologische Anwendung nun schon lange praktiziert werde und dieser Stoff gut erforscht sei. Mehr als zwei Millionen Tonnen dieses Stoffes werden weltweit pro Jahr produziert und eingesetzt.

Die Forscher sprechen Klartext und verlangen nun entsprechende Massnahmen von politischer Seite. Auch für die SKS ist es unabdingbar, dass nun konkrete Massnahmen folgen müssen – und zwar rasch. Ein Stoff, der gesundheitsgefährdend ist, darf nicht zum Einsatz kommen. Für die Konsumentinnen und Konsumenten ist es nach wie vor nicht akzeptabel, dass sie nicht erfahren, in welchen Produkten diese eingesetzt werden.

Wir hoffen, dass trotz dem jahrzehntelangen Einsatz von Nano-Titandioxid die Erkenntisse des Forschungsteams nicht zu spät kommen. Wir fordern aber auch, dass die Politik und die Behörden nun erwachen und die Bevölkerung nicht nur beschwichtigen, sondern klare und sichere Vorgaben für die Anwendung der Nanotechnologie schaffen!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

*Überarbeitet am 24. Januar 2011

Nachtrag vom 24. Januar

Die Aussagen und die Einschätzung der Toxikologie von Titandioxid sind sehr unterschiedlich: Die Forschungsergebnisse und insbesondere die Aussagen zur Toxikologie in der oben thematisierten Studie sowie der Vergleich von Asbest werden von namhaften Schweizer Wissenschaftlern vehement bestritten, unter anderem in einem Interview mit Harald Krug, Nanotoxikologe an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA, im TagesAnzeiger vom 20. Januar 2011.

Auch das Bundesamt für Gesundheit relativiert umgehend die Gefährlichkeit von Titandioxid in einer

Stellungnahme

vom 21. Januar 2011.

 


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2 Kommentare zu “Nanotechnologie: Warnschuss”



chrigu

Nanopartikel in Lebensmitteln, Medikamenten, Pflegemitteln….
Wie kann man genügend Druck aufbauen, damit hier der Mensch und das Leben überhaupt rechtzeitig genügend Schutz erfährt? Wer weiss was?



Marcel

Früher waren es Genmanipulierte Lebensmittel. Jetzt sind es Nanotechnisierte Lebensmittel und andere verschiedenste Produkte. In allen vergangenen Fällen hinkte die Forschung Lichtjahre hinter den Wirtschaftspolitischen Interessen her.
So auch bei der Microwellen Bestrahlung der Sendemasten oder AKW`s und der Endlager des ausgebrannten Inhaltes. Erst Gewinnoptimierung und alles andere sind Kollateralschäden die der Konsument und die Natur zu tragen haben. DIE NATUR RICHTETS SCHON………..irgendwie…….irgendwann…..bis dann.

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