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Noch lange nicht weichgeklopft

Die EU-Kommission hat genug: Sie will Bisphenol A für Babyschoppenflaschen verbieten. Bereits ab März 2011 ist es verboten, solche Fläschchen mit der umstrittenen Chemikalie herzustellen. Bisphenol A wirkt ähnlich wie Hormone und soll beispielsweise die Qualität der Spermien negativ beeinflussen. In Versuchen hat sich gezeigt, dass die Chemikalie Ratten unfruchtbar macht.

In Kanada, Australien und Teilen der USA hat man ein Verbot des Weichmachers für Babyschoppen eingeführt. Auch hierzulande kam Bisphenol A immer wieder in die Schlagzeilen: Etwa weil Bisphenol A im Papier von Kassenzetteln enthalten ist und über die Finger aufgenommen werden kann. Oder erst kürzlich wegen einer Studie mit chinesischen Fabrikarbeitern, welche zum Schluss kam, dass diese Arbeiter wegen dem Weichmacher eine verminderte Spermienqualität aufweisen würden.

Vielen Eltern graust es bei der Vorstellung, dass ihr Baby mit dem Schoppen auch eine hormonaktive Substanz aufnimmt.  Diese Eltern wird die Nachricht freuen, dass die EU mit einem Verbot der Verwendung von Bisphenol A einen Riegel schiebt. Und dies, obwohl das Europäische Amt für Lebensmittelsicherheit EFSA noch im September bekräftigt hatte, dass der Weichmacher in den zugelassenen Dosen unbedenklich sei.

Und was macht die Schweiz? Wenig Überraschendes: Als Alternative empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit besorgten Eltern, Schoppenflaschen aus unbedenklichem Glas zu verwenden. Und man wartet vorerst mal ab. Bereits vor Jahren hat die SKS die Behörde aufgefordert, ein Verbot von Bisphenol A für Babyschoppen auszusprechen.  Das BAG hat abgelehnt. Auch jetzt lässt das BAG verlauten, dass man die Massnahme der EU studieren und abklären will, ob dies auch für die Schweiz umgesetzt werden muss. Eine Studie der ETH Zürich zeigte, dass Babys, die ihre Nahrung aus Polycarbonat-Fläschchen trinken, am stärksten belastet werden. Da gibt es aus unserer Sicht eigentlich nichts mehr zu studieren, finden wir, Bisphenol A gehört verboten.

Immerhin: Im EU-Raum wird ab Juni 2011 zusätzlich ein Importverbot in Kraft treten. Dann werden die Polycarbonat-Fläschchen wohl in der Schweiz auch langsam, aber sicher vom Markt verschwinden, weil kaum mehr jemand für den Schweizer Markt Fläschchen mit Bisphenol A produzieren wird.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

PS. Der Bundesrat hat heute in der Fragestunde des Nationalrates  nochmals bekräftigt, dass sich an seiner Haltung nichts ändert und  ein Verbot nach wie vor nicht in Betracht gezogen wird.

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