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Der orange Riese und der Sparzwerg

Ab Anfangs Jahr wird die Migros die Preise nur noch am Regal und nicht mehr an den Produkten anschreiben. Und obwohl man in Zukunft die Preise also auch an Migros-Produkten vergeblich suchen wird, stellt der Grossverteiler seine Preise nun quasi ins Schaufenster: Ab Ende Jahr sollen über 2’000 Produkte des täglichen Bedarfs günstiger werden.

Ein bisschen Zucker soll also die bittere Pille versüssen, welche die Konsumentinnen und Konsumenten auch in der Migros zu schlucken haben: Die Vorteile der Preisanschrift am Regal sind nämlich vorwiegend solche für den Anbieter. Die Käuferin, der Käufer weiss schon an der Kasse nicht mehr, wieviel ein Produkt kostet und ob der korrekte Preis verrechnet wird. Und daheim verliert man vollends den Überblick, wie sich der Preis eines Produktes entwickelt (hat).

Der Aufwand für die Grossverteiler wird allerdings kleiner, die Kosten für die Preisanschrift ebenso. Diese Einsparungen sollen den Kundinnen und Kunden zugute kommen, hiess es bei jedem Grossverteiler und Discounter, der bislang umstellte und die Preise nur noch am Regal anschrieb. Die Migros macht dies nun und dazu noch sehr geschickt: Kurz vor Weihnachten kündigt sie ein „Geschenk“ in Form einer Preissenkung für 2’247 Produkte an. Erfreulich ist, dass es offenbar Produkte des Alltags sein werden: Allerlei Markenprodukte wie Hygieneprodukte oder Babynahrung, weitere Produkte aus dem Sortiment für junge Familien, aber auch Frisch- und Bio-Produkte. Zusammen mit den Massnahmen in der Logistik und Beschaffung kann die Migros spürbare Preissenkungen bieten. Allerdings wird wohl auch der tiefe Eurokurs seinen Teil dazu beitragen, dass die Preise in diesem Umfang gesenkt werden können. Und der Konkurrenzdruck in Form von regelmässigen Preisrunden der Schweizer Detailhändler werden die Migros sicher zusätzlich dazu motiviert haben.

Durchschnittlich jeder 5. Artikel günstiger, im besten Fall um 20 Prozent, im schlechtesten Fall 3 Prozent: Für die Konsumentinnen und Konsumenten sind das frohe Botschaften vor den nahen Festtagen. Auch wir freuen uns darüber, insbesondere, weil eine Preissenkungsrunde für Produkte des alltäglichen Gebrauchs (Kleider, Hygieneartikel, Haushaltgeräte,…) wegen des tiefen Euros überfällig ist.

Dass diese Artikel nicht übersehen werden beim Gang durch die Migros, dafür ist gesorgt: Der orange Riese nimmt einen „Sparzwerg“ zu Hilfe und hebt Produkte mit Preissenkungen entsprechend hervor.

Dies wird die Migros auch in Zukunft so halten müssen, denn wir, die Käuferinnen und Käufer, können ab Anfang Jahr nur in Ausnahmefällen noch beurteilen, ob ein Produkt teurer oder günstiger geworden ist. Hoffen wir, dass uns die Migros die Ausschilderung der Preisabschläge nicht verrechnet.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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2 Kommentare zu “Der orange Riese und der Sparzwerg”



Urs Peter Naef

Es ist immer das alte Lied, das zu diesem Thema gesungen wird: die Kundinnen würden schon an der Kasse nicht mehr wissen, ob der korrekte Preis verrechnet wird. Wir können hier versichern, dass es ein und der selbe Preis ist, der am Regal angeschrieben und an der Kasse verrechnet wird. Denn die Preise werden von einem Zentralrechner, sowohl auf
die Kassen wie auch auf die Drucker, die die Regalpreis-Etiketten produzieren, gesendet. Somit ist sicher gestellt, dass beide Preise identisch sind.

Für die Migros ist übrigens der tiefe Eurokurs nicht von derart grosser Bedeutung. 85 Prozent der Frischprodukte, die in der Migros verkauft werden, stammen aus der Schweiz (75 Prozent des gesamten Sortimentes)!

Aus dem EU-Raum beziehen wir Produkte für lediglich 400 Mio CHF. Das entspricht gerade mal fünf Prozent unseres gesamten Beschaffungsvolumens! In US-Dollar beschaffen wir für 200 Mio CHF. Die Euro-Vorteile bei den Frischprodukte geben wir sowieso 1:1 den Kundinnen weiter.

Und dann noch eine gute Nachricht zum Thema Transparenz. Wir werden anfangs nächsten Jahres unter http://www.migros.ch einen Preisbarometer publizieren. Auf dieser Seite werden – mit Ausnahme der Frischprodukte, die schwankende Tages- oder Wochenpreise haben – sämtliche Preisbewegungen publizieren. Egal ob Aufschläge oder Abschläge.

Wir wünschen allen Konsumentinnen und Konsumenten ‚en guete Rutsch‘ und happy landing im 2011.

Urs Peter Naef
Mediensprecher Migros-Genossenschafts-Bund



P Estermann

Das Problem ist ja auch, dass ich künftig bezahlen muss und erst danach (wenn ich den Kassenbeleg bekommen habe) weiss, was das Produkt kostet – denn: wie zuverlässig ist die Regalanschrift?

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