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Günstiger als gratis

„Jetzt 30 Franken Startguthaben als Neukunde sichern.“ Die beiden Grossverteiler Migros und Coop liefern sich in diesen Wochen medial einen Kreditkartenkampf. So wurde kürzlich die Culumus-Kreditkarte als die günstigste angepriesen, nicht sehr überraschend, da diese in der Grundanschaffung nichts kostet.

Doch auch Coop bietet die Karte ohne Fixkosten pro Jahr an, aber die Mehrkosten gegenüber der Konkurrenz fallen – auf den ersten Blick nicht sichtbar – bei den Gebühren, also beim Kartengebrauch an. Dagegen setzt sich Coop jetzt offensiv zur Wehr und bietet nebst der Gratiskarte das eingangs erwähnte Startguthaben an, natürlich – das Merkmal solcher Lockaktionen – nur für Neukunden.

Noch sind wir fern von amerikanischen Verhältnissen, wo in regelmässigen Abständen Kreditkartenangebote mit verlockenden Zusatzangeboten und ohne die Anforderung der Kreditwürdigkeits-Prüfung ins Haus flattern. Schweizerinnen und Schweizer benutzen in der Regel die Kreditkarte nicht für den vorgesehenen Zweck, trotzdem gibt es noch einige berechtigte Gründe, die für das Anschaffen einer Kreditkarte sprechen. Aber: Diese werden zunehmend weniger: So ist es möglich, auch im Ausland in Restaurants oder in Kleidergeschäften mit der Maestrokarte („Barbezahlungskarte“) zu bezahlen. Im schweizerischen Internethandel ist die Benutzung der Kreditkarte leider ab und zu unumgänglich, obschon vor massiven Sicherheitslücken hüben und drüben gewarnt wird.

Kreditkartenanbieter müssen sich in der Schweiz zunehmend gute Gründe überlegen, um attraktiv und begehrt zu sein – und zusätzlich noch eine saftige Jahresgebühr (zum Teil mehrere Hundert Franken!) einfordern zu können:

„Sie sind automatisch und kostenlos gegen Reise- und Flugunfall versichert, sofern Sie Ihr Arrangement mit einer unserer Kreditkarten bezahlen.“

„Eine Kreditkarte mit exklusiven Vorteilen wie Clubbing, Vor-Vorverkauf von Event-Tickets, Skifahren ohne an der Kasse anzustehen und viele mehr.“

„So haben Sie die freie Wahl zwischen den fünf Prämienprogrammen Flughafen-Lounge-Zutritt, Charity, Umsatz-Bonus, Supercard und webmiles.“

Mein Tipp:

Überlegen Sie sich, ob Sie weiterhin bereit sind, eine Grundgebühr für eine Karte zu bezahlen, deren Leistungen Sie in der Regel gar nicht bedürfen. Beobachten Sie bei zukünftigen Transaktionen, ob die Möglichkeiten der Barbezahlungskarte (Maestro oder Postfinance) Ihre Bedürfnisse auch abdecken können. Falls Sie zum Schluss kommen, dass eine Kreditkarte unerlässlich ist, wissen Sie ja nun aus den Medien, dass „Gratis“-Exemplare  – und neuerdings sogar noch günstigere! – auf dem Schweizer Markt sind.

Das Thema „Bankkarten“ ist unerschöpflich: Die Aspekte wie „Monopolstellung der Maestro-Karte“ oder „Verschuldungsgefahr“ oder „zu hohe versteckte Gebühren (sog. Interchange-Fees)“  greife ich in diesem Beitrag nicht auf. Kommentare, auch dazu, sind jedoch willkommen.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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