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Göschenen – Airolo

Nein, diese Zeilen haben nichts am Hut mit dem Jahrhundert-Tunnel-Durchstich, welcher vor wenigen Tagen erfolgte.

Die Redewendung (siehe Titel) beschreibt die Gesprächssituation, wenn ein im Gespräch Beteiligter die Ohren auf „Durchzug“ gestellt hat.

Diese beiden Endpunkte des „alten“ Gotthard-Tunnels hatte ich gestern vor Augen, als ich mit der neusten Aktion von Orange konfrontiert wurde: Bei Anruf ist während des Pieptons Musik hinterlegt, bis vorgestern war damit sogar eine Werbebotschaft eines englischen Sängers übermittelt worden. Eine unangenehme Mixtur aus Piepton, Musik und Stimme wurde dem Anrufenden übermittelt – Erlösung davon gab es, wenn der Handybesitzer den Anruf endlich entgegennahm. Die vorgängig geschickte Informations-SMS hat ihren Zweck nicht erfüllt und so war die Aktion für alle Involvierten eine unvorhergesehene Überraschung.

Orange hat unterdessen auf Kundenreaktionen reagiert und die gesprochene Werbebotschaft entfernt, nun dudelt bei der Testgruppe der mehrheitlich jugendlichen Kundschaft nebst dem Piepton bloss noch eine verspielte Musik.

Laut der Mediensprecherin vom Mobilfunkanbieter wird ein Ausbau dieser (Werbe-)Aktion nicht ausgeschlossen, nur sollen die Bezüger dieser Leistung zukünftig „aktiv ihren Willen bekunden“. Für Orange heisst das im Klartext: „Wer die Rufton-Musik abstellen will, soll sich an den Kundendienst wenden.“

An dieser Stelle kommt nun der Nord-Süd-Tunnel ins Spiel: Vermutlich wenden die Verantwortlichen von Orange genau diese Methode an, wenn wir uns in regelmässigen Abständen an sie wenden mit der Forderung, solche „Opt-out“-Angebote zu unterlassen. Konsumentenunfreundlicher geht es nicht: Eine unbestellte Leistung wird einem überstülpt, versehen mit dem Hinweis, wer diese nicht nutzen wolle, solle sie bitte sehr abbestellen. Auch Orange hatten wir – es ist noch kein Monat vergangen seither! – gebeten, zukünftig solche Machenschaften zu unterlassen.

Wenn die Anbieter auf „Göschenen – Airolo“ stellen und damit wider jede Kundenfreundlichkeit handeln, hilft nur geballter Protest geprellter Kundinnen und Kunden. Diesen liefern wir, sollte sich herausstellen, dass Orange „aktive Willensbekundung“ immer noch nicht verstanden hat! Denn, wenn Konsumentinnen und Konsumenten uns ihren Ärger und Frust berichten, schalten wir unsere Sinne nicht auf Durchzug!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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