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Vom Paket bleibt die Verpackung

Seit anderthalb Jahren ist das Paket auf Reisen, das der damalige Gesundheitsminister Pascal Couchepin zur Senkung der Gesundheitskosten geschnürt hat. Nach der langen Irrfahrt durch die Behörden und das Parlament ist heute quasi noch die Verpackung herausgekommen, beziehungsweise ein magerer Spareffekt von 240 bis 295 Millionen Franken – bei Gesamtkosten von 55 Milliarden pro Jahr.

Vom dringlichen Massnahmenpaket ist heute, einen Tag vor Bekanntgabe der Krankenkassenprämien 2011, nicht mehr viel übrig geblieben: Gut, ist Praxisgebühr von Fr. 30.- wieder gestrichen worden. Aber auch eine zusätzliche Prämienverbilligung und eine Verpflichtung der Versicherer, eine kostenlose medizinische Telefonberatung anzubieten, wurde im Parlament ersatzlos gestrichen.

Ärgerlich ist nach wie vor, dass das Parlament nicht bereit ist, im Bereich der Medikamente wirklich einzusparen: Den Vorschlag des Ständerates, nur noch Arzneimittel zu entgelten, welche bei identischer Zusammensetzung höchstens zehn Prozent mehr als das günstigste Medikament kosten, wurde vom Nationalrat abgelehnt. So hat man sich auf die weit unverbindliche Vorgabe geeinigt, dass Ärzte und Apotheken verstärkt das Preiskriterium berücksichtigen sollen.

Während man sich bei den Medikamenten noch immer nicht für wirklich griffige Massnahmen entscheiden mag, hat man bei den Versicherten weniger Bedenken: In Zukunft soll man zwar weiterhin jährlich den Versicherer wechseln können, die einmal gewählte Franchise darf jedoch nur alle zwei Jahre gewechselt werden. Wer bei einer hohen Franchise plötzlich schwer und länger erkrankt, wird dies also auch in seinem Portemonnaie spüren.

Es freut uns jedoch, dass Krankenkassen keine Provisionen mehr an Makler und Vergleichsdienste aus der Grundversicherung mehr zahlen dürfen. Die unsägliche Jagd auf Junge und Gesunde, welche von den Krankenkassen besonders gesucht sind, wird damit ein Stück weit weniger attraktiv für Vermittler und Makler. Und es werden auch Kosten in der Höhe von mehreren Millionen Franken eingespart, welche die Krankenkassen in den letzten Jahren an Provisionen ausbezahlt haben.

Übrigens, der Prämienrechner auf unserer Website funktioniert bereits das zweite Jahr unabhängig und ohne Vermittlergebühren!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

ps. Ein Nachtrag: Heute, am 1. Oktober, wurden die neuen Krankenkassenprämien bekannt gegeben. Und zur selben Zeit lehnte der Nationalrat das gesamte Massnahmenpaket ab…


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2 Kommentare zu “Vom Paket bleibt die Verpackung”



s.stalder

Danke, Herr Kappeler, für den Hinweis. Wir haben den Verschreiber korrigiert.



Thomas Kappeler

Liebe Frau Stalder. Die Gesundheitskosten betragen nicht 5 Milliarden jährlich, sondern 55 Milliarden. Das ist ein wichtiger kleiner Unterschied.

http://www.apothekeschaffhauserplatz.ch/de/blogentries/entries/20101018_Konsumentenschutz.php

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