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Lehrgang „Marokkanischer Bazar“

„Der Käufer kann nach Rabatten fragen“ oder „Verhandeln Sie beim Kauf!“: Wie oft haben Sie in den vergangenen Wochen diesen Tipp umgesetzt? Er wird seit geraumer Zeit sogar von den Anbietern selber abgegeben. Unterdessen schlingert der Euro weiter und landete heute auf knappen 1.35.

Freimütig begründet in der vergangenen Woche der Präsident von AutoSchweiz, Max Nötzli, wie der Markt spielt: Solange keine „Alarmzeichen“ auf dem Schweizer Markt erkennbar sind, wird wegen des Eurosturzflugs nicht reagiert.

Über die Bücher geht der Autohandel erst, wenn beobachtet wird, dass vermehrt Autos im Ausland eingekauft werden. Es ist für die Branche selbstredend, dass sich die Verkaufspreise der hohen Schweizer-Kaufkraft anpassen. „Das ist der Markt. Praktisch alle Produkte aus dem EU-Raum kosten hier mehr.“ Als Patentrezept gegen diesen Umstand meint Herr Nötzli, „es sei heutzutage kein Ehrverlust mehr, nach Vergünstigungen zu fragen.“

Volkswirtschaftlich gesehen ist das kaum eine effiziente Lösung: Wie viele Stunden pro Tag insgesamt werden unproduktiv in jedem Showroom verhandelt, wenn alle Autokäuferinnen und -käufer den Bazartipp umsetzen? Wahrscheinlich hat Renault die Milchbüechli-Rechnung gemacht und festgestellt, dass festgelegte Währungsrabatte günstiger kommen.

Oder pokern die restlichen Anbieter mit der höflichen Klientel? Die Schweizerinnen und Schweizer kennen die marokkanische Bazar-Mentalität nur aus Ferienerlebnissen. Nun sollte diese als Wundermittel gegen die sture Preisgestaltung eingesetzt werden. Doch sind wir dafür gerüstet?

Vielleicht haben Sie jetzt auch Lust, mitzuhelfen, dass die Alarmglocken bei AutoSchweiz Sturm läuten und Bewegung in die Preise kommt. Daher noch dies zum Schluss:

Im marokkanischen Bazar bedeutet شكراخصم, dass man sich für die Rabattgewährung bedankt. Und dieses Schreiben belegt, dass der Autokauf im Ausland keine Nachteile punkto Garantie in sich birgt. Und schliesslich: Es geht hier um erkleckliche Summen. Mit den eingesparten mehreren Hundert oder sogar Tausend Franken können Sie sich etwas Tolles leisten. Zum Beispiel eine Städtereise nach Casablanca, um sich praxisnah zu obgenannter Thematik weiterzubilden!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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