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Bundesaktion für Schnäppchenjäger

„Werden Sie sich, Frau Stalder, nächstens eine solche Karte oder einen Stick kaufen?“ Diese Frage wurde mir heute Morgen von einer Journalistin gestellt. Es geht um die „SuisseID“, die rechtsgültige elektronische Signatur, welche in gleichem Masse rechtlich bindend ist wie die eigenhändige Unterschrift.

Im Bereich des elektronischen Identitätsnachweises steckt die Schweiz in den Kinderschuhen. Das hat der Bundesrat erkannt und daher im Rahmen der dritten Stufe konjunktureller Stabilisierungsmassnahmen die beschleunigte Einführung der SuisseID beschlossen. Um das Tempo zu steigern, subventioniert der Bund einmalig den Kaufpreis mit 65 Franken – solange Vorrat oder bis spätestens Ende des laufenden Jahres.

Grosszügige Rabatte sind bei der Lancierung von Neuheiten auf dem Markt ein altbewährtes Instrument. Mit tiefen Aktionspreisen lenken die Anbieter geschickt die Aufmerksamkeit auf ein unbekanntes Produkt. Besonders interessant wird es, wenn der angepriesene Preis nur während einer beschränkten Zeit oder sogar nur „solange Vorrat“ Gültigkeit hat! Da werden oftmals Einkäufe auf Reserve getätigt – ohne sich genau über den Verwendungszweck im Klaren zu sein.

Die Frage der Journalistin hat mich neugierig gemacht. In Gesprächen und durchs Internet machte ich mich kundig, was über diese neue Authentisierungsart bereits bekannt ist. Unterdessen weiss ich, dass zum jetzigen Zeitpunkt die SuisseID vorerst bei einer Handvoll Unternehmen oder öffentlichen Verwaltungsstellen eingesetzt werden kann. In Vorbereitungsarbeiten stecken auch einige Gemeinden. Und St. Gallen sei als bisher einziger Kanton für den Einsatz der Karte bereit.

Auf die eingangs gestellte Frage hat die Journalistin ein „Nein“ zur Antwort erhalten. Trotz des lukrativen Bundesangebots verzichte ich vorläufig auf die Anschaffung der Karte, die eine Gültigkeit von drei Jahren hat. Da die Einführung der Karte nach marktwirtschaftlichen Regeln erfolgt, gehe ich davon aus, dass sich die weitere Vermarktung auch in Zukunft in dieser Richtung entwickelt: Somit wird der Preis für die Karte wesentlich fallen.

Was also nützt mir ein verlockendes Aktionsangebot, wenn ich zur Zeit für das beworbene Produkt kaum Einsatzmöglichkeiten habe? Bestimmt stellt sich diese Frage in wenigen Jahren nicht mehr stellen.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

4 Kommentare zu “Bundesaktion für Schnäppchenjäger”



David Maimon

Und wieder bin ich mir nicht sicher, ob hier wirklich der Koonsumentenschutzgedanke im Vordergrund steht. Anatatt das Konzept zu fördern und zu verlangen, dass die SuisseID so rasch wie möglich flächendeckend eingesetzte wird, versucht der „Konsumenten“schutz das Projekt zu torpedieren.

Dabei würde SuisseID ja insbesondere auch den Konsumenteninteressen dienen (sicheres Einkaufen und Kommunizieren, Jugendschutz durch Alterskontrolle, einfachere Kommunikation mit Behörden etc.). Dies zu verhindern ist kontraproduktiv ud verlagert wiederum die Kosten und Risiken auf den Kunden.

Wie schon in anderen Bereichen fragt man sich, welche Interessen der Verband nun vertreten will.



Martin Willi

Ich bin etwas enttäuscht, heute mehrfach gelesen und gehört zu haben, dass „Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) empfiehlt, trotz Subvention vom Bund noch keine SuisseID zu kaufen“.

Sicherlich sind die Einsatzmöglichkeiten momentan noch relativ gering. Wie mein Vorschreiber jedoch bereits bemerkt hat, unterliegt die Verbreitung dieses Systems dem Fax-Effekt: Je mehr Konsumenten die SuisseID besitzen, desto interessanter ist der Einsatz des Systems als Dienstleistungserbringer.

Die Empfehlung, auf einen Kauf vorerst zu verzichten, wird der Verbreitung des Systems sicherlich nicht weiterhelfen. Ein standardisiertes System mit den Möglichkeiten der SuisseID bringt dem Kunden aber viele Vorteile. Neben einer starken Authentisierung ohne Passwort-Chaos bietet die SuisseID auch andere wichtige Funktionen, wie die
Altersverifikation oder das sichere Versenden von Dokumenten und E-Mails.

Auch wenn ich die SuisseID in drei Jahren vielleicht etwas günstiger bekomme: Meine SuisseID ist bestellt. Denn die Schweiz braucht unbedingt eine verbreitete Identifikationsmöglichkeit in der digitalen Welt.



Karl Meier

Ich denke man sollte nicht nur den Kunden sehen. Es ist äussert wichtig, dass diese ID zu tragen kommt. Viel Papier muss dann nicht mehr poduziert, bedruckt und verschickt werden, wenn ein gosser Teil des Verkehrs mit öffentlichen Ämter auf elektronische Weise erledigt werden kann. Es ist also auch ein Beitag zu Umweltschutz. Auch beklagt der
Konsumentschutz immer wieder die mangenlde Sicherheit im Internet, wenn dann ein Schritt in die reichte Richtung gemacht wird, rät man dem Konsumenten ab dies zu benützen und zu förden!?



Markus Saurer

Diese ID, werte Frau Stalder, unterliegt Netzwerkeffekten. Es ist deshalb ok, wenn die Pionierkunden bezuschusst werden, sonst kommt diese Sache nie richtig und genug schnell ins Laufen. ID Besitzer ziehen Anwender auf der Angebotsseite an, diese wiederum noch mehr ID Besitzer usw.
Es ist dringend nötig, dass bei uns das eGovernment und der eCommerce mit gewissen Normen und Standards richtig lanciert werden.

Wenn es klappt, dann profitiert davon … na was glauben Sie… klar: der Kunde! Voilà, erneut der Konsumentenschutz auf dem Weg des Konsumentenschadens.

mfG
M.S.

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