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Entscheid, doppelt gefällt?

Klontiere – das tönt nach Science Fiction, nach dem Schaf Dolly und nach Zukunft. Allerdings hat die Zukunft bereits begonnen: Vor kurzem haben sich die EU-Regierungen darauf geeinigt, dass Klonfleisch in der EU zugelassen werden soll. Diese Klone, genetische Kopien eines Tieres, werden also auf unseren Tellern landen: Nicht aus heiterem Himmel, denn in den USA sind solche Klontiere bereits seit zwei Jahren zur Nahrungsproduktion zugelassen.

Die eigentlichen Klontiere sind allerdings viel zu teuer für die Fleisch- oder Milchproduktion. Interessant sind jedoch ihre Nachkommen erster und zweiter Generation. Kopiert, bzw. geklont werden die Tiere mit den gewünschten Eigenschaften.

In Europa waren solche klonierten Tiere lange nicht willkommen. Nun hat der Ministerrat der EU dennoch beschlossen, Fleisch von Nachkommen geklonter Tiere zum Verkauf freizugeben. Ganz wohl ist ihm dabei nicht: Man wird noch diskutieren, unter welchen Auflagen Fleisch oder Milch auf den Markt kommen sollen. Soll ein eigenes Gesetz geschaffen werden, ähnlich wie dies bei der Gentechnik der Fall war? Soll die bestehende Gesetzesgrundlage ergänzt werden?

Interessant ist, dass allenfalls die Lebensmittelbehörde der EU, die EFSA, das Fleisch bewilligen soll, obwohl sie es gesundheitlich unbedenklich findet. Gesundheitliche Gefahren bestehen beim Klonen für den Menschen kaum. Ob es allerdings ethisch unbedenklich ist, diese Frage müsste man eingehend diskutieren: Ist es vertretbar, dass die Züchter besonders fleisch- oder leistungsstarke Tiere kopieren, um einen maximalen Ertrag zu erzielen? Dürfen wir die Tiere quasi zu einer Ware ab der Stange degradieren? Ist diese Methode mit der Würde des Tieres vereinbar?

Interessant ist ebenfalls, dass der EFSA bekannt sein muss, bei welchen Tieren es sich um Nachkommen klonierter Tiere handelt. Ein schwieriges Unterfangen. Denn die Produkte der Nachkommen von Klontieren sind im Labor nicht von „gewöhnlichen“ Produkten zu unterscheiden.

Wird das Fleisch bewilligt, dann muss es auch deklariert werden: Für mich ist klar, dass bei so umstrittenen Produktionsmethoden eine Deklaration her muss. Denn bei weitem nicht alle Konsumentinnen und Konsumenten werden die oben gestellten Fragen mit Ja beantworten.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

PS. Die Abgeordneten des EU-Parlaments sind nun doch anderer Meinung als die Mitgliedstaaten und die EU-Kommission: Sie verlangten anfangs Mai, dass Klonfleisch und die Produkte solcher Tiere verboten werden. Im Juli steht die nächste Abstimmung in dieser Angelegenheit an.

 


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Ein Kommentar zu “Entscheid, doppelt gefällt?”



MAD

das klonen von tieren zur nahrungsmittel-erzeugung
ist unnötig und grundsätzlich abzulehnen.
hier gehts doch um die patente und darum an den lizenzen dafür
für jedes einzelne geklonte (und nachkommen ?) tier zu kassieren.
siehe geen-food…

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