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Verstehen Sie Kauderwelsch?

Zugegeben, es kostet mich immer eine gewisse Überwindung, wenn ich den Ablauf eines mir unbekannten Spiels verstehen soll. Doch jedes Mal bewundere ich wenig später das Autorenteam, welches es schaffte, auch verzwickte Spielvorgänge nachvollziehbar zu beschreiben.

Mit der jüngsten „Spielanleitung“, die mir in die Hände kam, beisse ich mir die Zähne aus.

Denn da steht zum Beispiel:

Die Systemprovision wird nach dem so genannten binären System berechnet. Binär bedeutet, dass hinter jeder Position jeweils 2 weitere Positionen gesetzt werden. Wir bezeichnen dies als: oben und unten. Nach diesem Prinzip reihen sich die Positionen aus Ihren Einkäufen und die Positionen aus Anzahlungen in Ihrem Verrechnungssystem ein. Wobei Sie bestimmen können, auf welchem freien Platz Sie Ihre neuen Positionen in Ihrem persönlichen Verrechnungssystem setzen wollen.

Insgesamt acht Seiten – dicht und klein beschrieben – lang ist diese Anleitung. Mein Kopf  brummt bereits nach den ersten Absätzen: Schon verstehe ich wieder nicht, auf welchen oberen oder unteren freien Platz ich die Position in meinem Verrechnungssystem setzen soll, damit ich gewinnen kann. Verständlich, dass ich nach mehrmaligem Lesen an meiner Auffassungsgabe zweifle. Doch es ist tröstlich: Für Begriffstutzige wie mich gibt es extra Schulungsabende, in welchen mit aufwändigen Präsentationen die verwirrende Materie verständlich (?) erläutert wird. Lyoness heisst das „Spiel“, welches „bei jedem Einkauf Rabatte verspricht“ und sich gut mit dem Spiel „Bau dir dein Kartenhaus“ vergleichen lässt:
Das sind Anzahlungen auf zukünftige Einkäufe, also die Handelsspanne vorab, die die Möglichkeit bieten, geplante zukünftige Einkäufe zu erwirtschaften sowie weitere Vergütungen zu generieren. Eine Rückerstattung der Anzahlung ist nicht möglich, da entstandene Handelsspannen verrechnet und vergütet wurden. Der Kunde hat jedoch bis zum Zeitpunkt der Positons-Erwirtschaftung (Einkaufsgutschrift) in der jeweiligen Wirtschaftskategorie die Möglichkeit jederzeit seine Anzahlungen aufzuzahlen (…). Durch die Aufzahlung nach dem jeweiligen Handelsspannencode des gewünschten Vertragshändlers, wird die Anzahlung zu einer Vollzahlung und der Kunde erhält den vollständigen Betrag in Form von Gutscheinen des Vertragshändlers (Anzahlung + Aufzahlung = Gutscheinwert). Ist dies der Fall und die Position (entstanden durch Anzahlung) ändert daher ihren Status auf Vollzahlung bedeutet dies in weiterer Folge das nach Erreichung der Positions-Erwirtschaftung in der jeweiligen Wirtschaftskategorie die jeweilige Vergütung (Kaufrückvergütung) abzüglich der ursprünglich getätigten Anzahlung ausbezahlt wird.

Ich wage eine Übersetzung dieses Kauderwelschs: „Seien Sie jederzeit gewappnet, denn ein Kartenhaus hat die Eigenheit, dass es von einem Moment auf den anderen einstürzen kann. Damit müssen Sie rechnen und für diesen Schaden wird keine Garantie übernommen.“

Mag sein, dass ich etwas grosszügig interpretiert habe. Doch ich halte es auch hier wie gewohnt: Verstehe ich eine Spielanleitung nicht innerhalb einer vernünftigen Frist, verbanne ich das Spiel in die hinterste Ecke des Spielschranks und entsorge es ungebraucht nach einer gewissen Zeit.

Damit bin ich bisher nicht schlecht gefahren. Haben Sie andere Erfahrungen?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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Ein Kommentar zu “Verstehen Sie Kauderwelsch?”



Christoph Schmäh

Begriffsstutzig? Müssen wir immer alles bis ins letzte Detail verstehen?
Zum Beispiel Mol…
„Das Mol gehört zu den Basiseinheiten und ist als die Stoffmenge definiert, die aus genau so vielen Teilchen besteht wie in 12 g Kohlenstoff enthalten sind. Hierzu gehören beliebige Teilchen Atome, Ionen, Elektronen, Moleküle, etc.. Das Mol hängt eng mit der atomaren Masseneinheit u zusammen, denn es ist: 1 g = 6,02205*1023 u.
Ein Mol einer molekularen Substanz besteht aus 6,02205*1023 Molekülen und hat die Masse in Gramm, deren Zahlenwert der Molekülmasse entspricht. Die Molekülmasse (M) ergibt sich aus der Summe der Atommassen aller Atome des Moleküls; früher Molekulargewicht.

Verstehen Sie das? Ich auch nicht, dass das Mol eine Einheit ist reicht mir. Ich muss es aber auch nicht verstehen. Nur wenn ich es genau wissen WILL, kann ich es nachlesen, lernen und danach auch verstehen!

Bei Lyoness müssen Sie als Konsument nur eines verstehen: „Geld zurück bei jedem Einkauf“!
Es kostet Sie ja nichts, schlicht und einfach nichts! Sie müssen weder Anzahlungen leisten, noch irgendwelche Verpflichtungen eingehen. Zu gegebener Zeit werden Sie von jenen Aufbaupartnern bzw. Händlern, die die Formel für Lyoness verstehen WOLLEN, eine Karte geschenkt bekommen die Ihnen bei jedem Einkauf bares Geld zurück bringt.

Wenn Sie nicht zu diesen Aufbaupartnern gehören möchten, die den Weg für Rabatte an uns Konsumenten frei machen, warten Sie ganz einfach auf diese kostenlose Karte!
Mit Ihrem Zitat in den Medien „Hände weg“ und „Kauderwelsch“ legen Sie vom Konsumentenschutz (…schutz????) jedoch nicht nur Steine sondern Felsbrocken in den Weg dieses Aufbaus. Und dies ist in höchstem Masse unfair und alles andere als im Interesse der Konsumenten!!!

Wer jetzt bei Lyoness als Aufbaupartner und Händler Geld in zukünftige Eigeneinkäufe investiert, darf und soll wissen warum er dies tut und wie das System funktioniert. Und wenn Sie, ihr Zitat, zu „begriffsstutzig“ sind, dann lassen Sie es eben sein! Das heisst aber noch lange nicht, dass dies für all diejenigen gelten soll, die mit Lyoness ein
tolles Rabattsystem ermöglichen und aufbauen wollen. Von der dadurch unterstützten bemerkenswerten Lyoness-Foundation, http://www.lyonessfoundation.org , ganz zu schweigen.
Wohin ich in ihren Vergleich bzw. ihr „Kauderwelsch“ mit dem Kartenhaus stellen soll ist mir gänzlich unklar. Denn durch das Einkaufen bei Lyoness Partnern kann weder ein Einsturz noch ein Schaden entstehen, hingegen entstehen RESTRABATTE und es fliesst MIT GARANTIE GELD ZURÜCK!
Die Wirtschaftskammer Steiermark, die Lyoness zur Firma des Jahres 2009 ausgezeichnet hat, war da weniger „begriffsstutzig“ und hat die „Spielregeln“ verstanden.

Christoph Schmäh
Normaler Konsument und Handelspartner

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