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Killerspiele und ein frommer Wunsch

Der Bildausschnitt ist erschreckend: Ein Mann, hoch aufgerichtet, schwingt eine Axt, die im nächsten Moment auf einen am Boden liegenden Mann niedersausen wird. Dieser Bildausschnitt stammt aus einem sogenannten Killerspiel, und solche Spiele sollen nun in der Schweiz verboten werden.

Bei diesen Killerspielen gibt es weder einen kulturellen noch einen gesellschaftlichen Wert – sie dürfen also ohne weiteres in der elektronischen Mottenkiste verschwinden. Auch wenn umstritten ist, ob diese Spiele tatsächlich gewalttätiges Verhalten von Jugendlichen auslösen, ist eine Freizeitbeschäftigung, welche sich mit Abschiessen und Abschlachten von Menschen beschäftigt, keine sinnvolle. Natürlich sehe ich auch die Stolpersteine eines solchen Verbotes: Gerade Gamer und Jugendliche, welche solche Spiele kaufen, werden Wege und Möglichkeiten finden, um an diese Spiele zu kommen. Sie kennen sich im Internet und im Internethandel vermutlich bestens aus.

Die vorwiegend jungen Kritiker eines Verbotes machen geltend, dass vielmehr die Medienkompetenz der Jugendlichen gestärkt statt ein neues Verbot aufgestellt werden soll. Das eine schliesst das andere nicht aus: Das Verbot wird nur eine Massnahme sein – und die Games, welche auf der schwarzen Liste kommen, für bestimmte Spieler nur interessanter machen. Das Bundesamt für Justiz wird mit dem Verbot nicht alle Kanäle und Hintertüren schliessen können.

Das Problem sind jedoch nicht nur die Killergames. Alle Spiele und DVDs müssen dem Alter der Konsumenten entsprechend abgegeben werden. Die Altersbeschränkungen auf den Games und DVDs müssen verantwortungsvoll angebracht werden und vor allem an den verschiedenen Verkaufspunkten das Alter der Käufer und Konsumenten verlässlich kontrolliert werden.

Die „Medienkompetenz“ fängt schon früher an als bei den Killergames. Zuständig dafür sind nicht nur die Kinder, Jugendlichen, Erziehende oder Lehrer, sondern auch all jene, die damit Geld verdienen. Nur ein frommer Wunsch, meinen Sie? Vielleicht. Aber eine grössere Portion „Medienkompetenz“ und Verantwortung ist auch bei der Anbieterseite notwendig. Das Verbot ist ein Ausdruck davon, dass es der Branche in der Vergangenheit zu wenig ernst war damit.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

6 Kommentare zu “Killerspiele und ein frommer Wunsch”



Sara Stalder

Die Killergames mögen den einen zwar zur Unterhaltung dienen. Dennoch macht es sich die Stiftung für Konsumentenschutz nicht zur Aufgabe, die Interessen und die Freiheit dieser Konsumenten zu verteidigen. Besonders, da diese Games jugendlichen und jungen Konsumenten Schaden zufügen können. In solchen Fällen ist auch das „Allgemeininteresse“ nicht
unantastbar.



David Maimon

Lieber Daniel Emch, das kann ich voll und ganz unterschreiben. Aber die Kommunikation der SKS scheint immer mehr zu einer Einbahnstrasse zu verkommen. Blosses Sendungsbewusstsein, aber kein Interesse daran, sich mit Fragen/Kritik auseinanderzusetzen. Eher nicht konsumentenfreundlich, oder?



Daniel Emch

Killergames sind wirklich unappetitlich, dennoch kann ich mich den Vorrednern anschliessen. Die SKS vertritt nicht oder nicht mehr die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten, sondern sie hat vielmehr ein soziales Sendungsbewusstsein und ist klar politisch positioniert. Es gibt nun einmal Konsumentinnen und Konsumenten, welche solche Spiele
sehr gerne kaufen und konsumieren. Es gibt auch Konsumentinnen und Konsumenten, welche gerne Schundromane, harten Boulevard oder Sexheftli lesen. Diese Interessen sollten vom Konsumentenschutz eigentlich zumindest mitvertreten werden, zumal eine Zensur des Staates ja eigentlich die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten
beeinträchtigt.
Ob ein Verbot von Killerspielen oder eine entsprechende Altersbeschränkung hingegen politisch sinnvoll sein könnte, will ich hier auf keinen Fall beurteilen. Mich stören aber die zunehmende Politisierung des Konsumentenschutzes und die damit verbundene unreflektierte Haltung ebenfalls.
Dazu gehört auch, dass auf dieser Website an allen erdenklichen Stellen Internetlinks zur SP-Homepage von Frau Sommaruga zu finden sind. In diesem Zusammenhang möchte ich zu bedenken geben, dass die Stiftungsurkunde eine solche politische Einflussnahme eigentlich verbietet und dass die Stiftung u.a. mit Bundesgeldern alimentiert wird.



MAD

der KoSu leistet oft gute arbeit, danke dafür.
es ist sehr schwer gegen die lobby’s anzukommen.
nur manchmal wird über’s ziel hinausgeschossen.



David Maimon

Lieber MAD, vollkommen recht hast du. Der Konsumentenschutz scheint immer mehr zur Plattform von Individualinteressen und -meinungen zu verkommen. Es wird nicht mehr auf ein Allgemeininteresses des Konsuemnte abgestellt, sondern die geballte Kraft scheint programmatisch genutzt zu werden um das eigene politische und ideologische Weltbild
durchzusetzen. Schade! Der Text von Frau szalder zeigt es ja, es geht ihr darum ihr Weltbild der kulturelen und gesellschaftlichen Werte auf alle anderen zu übertragen. So ein Massstab ist natürlich ein „Killerargument“ …



MAD

ja toll:
schnell mal ein paar games verbieten und alles ist in ordnung.
die eigentlichen probleme werden ignoriert.

was sind denn eigentlich „Killerspiele“ ?
wer entscheidet, welche games verboten werden ?
nach welchen kriterien ?
klingt sehr nach willkür.
hier kann schnell mal die zensur beginnen.
und bei den games wird’s dann wohl auch nicht aufhören.
– medien
– internet-inhalte
– filme/serien
– TV-inhalte
usw…

zitat:
„Bei diesen Killerspielen gibt es weder einen kulturellen noch einen gesellschaftlichen Wert – sie dürfen also ohne weiteres in der elektronischen Mottenkiste verschwinden.“
welchen wert das ganze hat, entscheidet immer noch der-/die-jenige welche/r sich damit beschäftigt.

viel mehr muss man dem handel auf die finger klopfen, dem es oft egal ist, an welche altersgruppe die games verkauft werden.
mit dem alkohol ist’s das selbe.
nur wird man sich hüten, hier ein produkt zu verbieten.

ob das verbot wohl auch auf zustimmung stossen würde,
wenn solche games in der schweiz produziert und arbeitsplätze dran hängen würden ?

ja richtig, verbote steigern das interesse enorm.
soll es wirklich illegal sein, bestimmte games zu spielen ?
und wen soll das davon abhalten ?
damit wird nur erreicht dass spieler kriminalisiert werden.
nur extrem brutale spiele sollen verboten werden. alle anderen nach altersstufe.

– medienkompetenz der eltern steigern
– TV/Computer/Spielkonsole im kinderzimmer ?

es mangelt an elterlichem interesse/kontrolle.
soll’s doch der staat regeln, dann haben wir ruhe.
sowas könnte man auch schnell bereuen.

http://www.sf.tv/webtool/data/pdf/filmkiosk/gewaltdarstellungimsf2010.pdf

das gleiche thema wie schon früher mal:
„mein kind quengelt bei der kasse im supermarkt.“
„spezielle kassen ohne süssigkeiten-regale sollen bereitgestellt werden.“
wie wär’s mal mit erziehung ?

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