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Suppengemüse

Die Werbung zielt ins Schwarze: Nach einem Spaziergang durch die verschneite Landschaft und bissig kalten Wind ist ein Süppchen aus dem Päckli eine Wohltat, schnell zubereitet zügelt es den kleinen Hunger. Die getrockneten Zutaten der Schweizer-Qualitäts-Suppe „Suprême: junger Broccoli mit zarten Blumenkohlröschen“ rühre ich in kaltes Wasser ein und lese dabei aufmerksam die Packungsangabe.

Die Mischung, die „gemäss Gesetz“ ohne Konservierungsmittel hergestellt ist, beinhaltet pflanzliche Fette und Öle, diverse Kartoffelbestandteile, Speisesalz und verschiedene Gemüse, unter anderem Broccoli und Blumenkohlextrakt.

Ich stutze: Da habe ich doch kürzlich eine Meldung der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau gelesen, in welcher ein neuer Rekord verkündet wurde? Nachdem sich Wasser und Trockensubstanz zu einer geschmeidigen Masse verbunden haben, halte ich das Süppchen auf tiefer Stufe warm und begebe mich zum Computer. Die Nachricht findet sich rasch: im Jahr 2008 hat jeder Schweizer 113 kg Gemüse gegessen, ein Rekordwert! Ganz am Schluss der Nachricht erst der Abschnitt, an den ich mich beim Lesen der Inhaltsangabe vage erinnerte: Von der Rekordmenge stammen 52% des Frischgemüses und 15% (!) des Verarbeitungsgemüses aus Schweizer Produktion.

Vermutlich gehören die Gemüsefragmente in meiner Pfanne nicht zu den oben erwähnten 15%. Aus Erfahrung weiss ich, dass es immer noch ein Ding der Unmöglichkeit ist, in diesem Bereich Klarheit zu erlangen. Die zuständigen Kantonschemiker können Untersuchungsergebnisse nicht offenlegen (gesetzlich verankerte Schweigepflicht) und die Firmen hüten sich, über die Zusammensetzung ihrer Produkte Einzelheiten preiszugeben.

Mit der Swissness-Regelung wird die täuschende Bewerbung gestoppt. Nur noch verarbeitete Lebensmittel, die zum grössten Teil aus inländischen Rohstoffen hergestellt werden, dürfen zukünftig mit „Schweizer Qualität“ auftrumpfen- zu Recht.

Vorerst bleibt beim Auslöffeln der Suppe – trotz beachtlichem Salzgehalt – ein schaler Nachgeschmack.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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Ein Kommentar zu “Suppengemüse”



Karl Sommer

Frau Stalder

Sie verstehen offenbar nicht, dass Schweizer Qualität nicht nur durch die Herkunft der Rohstoffe aus der Schweiz, sondern auch durch eine hochwertige Verarbeitung in der Schweiz bestimmt wird. Wir brauchen wirklich keine weiteren Gesetze. Es gibt weiss Gott grössere Probleme für die Schweizer Konsumenten als dieses.

Freundlicher Gruss
K. Sommer

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