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Die letzte Frage am Ende des Tages

Eine halbe Stunde vor der allerletzten Skiliftfahrt kommt eine gewisse Nervosität auf: Alle aus unserer Skigruppe überprüfen wie auf Kommando, ob die Skipass-Plastikkarte sich noch in der gleichen Jackentasche befindet, in welche sie am Morgen verstaut wurde. Dabei hatte doch bloss jemand beiläufig in die Runde geworfen, ob bekannt sei, wo die Karten am Ende des Skitages abgegeben werden können, damit man das Depot auch wirklich zurückerhalte.

Sofort erwachen Erinnerungen und werden untereinander ausgetauscht: Da gibt es Karten, die nach einem Waschgang auch den Sommer unbemerkt in einer Skijackentasche überstanden haben. Oder solche, die tage- oder wochenlang zuhause auf der Garderoben-Ablage gut sichtbar darauf gewartet haben, dass sie beim nächsten Ausflug in das Skigebiet mitgenommen wurden. Karten, welche im angrenzenden Skigebiet – also bei der „Konkurrenz“ – refüsiert wurden. Und solche, die aus unerklärlichen Gründen verschollen blieben und damit auch die Depotrückerstattung verunmöglichten.

5 Minuten vor der letzten Skiliftfahrt – die ganze Gruppe ist nochmals auf dem Gipfel angelangt – werden vorsorglich alle Karten pro Familie eingesammelt, denn weitere Fahrten liegen zeitlich nicht mehr drin. Für die letzte Abfahrt ist ein kleiner Umweg eingeplant, denn bei einem Bergrestaurant muss ein kurzer Zwischenhalt eingelegt werden: Jemand aus der Gruppe hatte vernommen, dass das Zurückgeben der Tageskarten hier möglich sei. Strahlende Gesichter Minuten später, der Rücktausch „5.– gegen Karte“ ist abgewickelt. Damit nimmt der Skitag auch in dieser Hinsicht ein glückliches Ende.

Wer sein Skiabonnement nicht im Internet auf seine Kreditkarte laden will, wird sich weiterhin mit dem Handling der Skipass-Karten und deren Depotgebühren auseinandersetzen müssen. Hoffentlich wird sich in dieser Sache aber etwas mehr Benutzerfreundlichkeit durchsetzen: Eine Karte, die sich in jedem x-beliebigen Skiort aufladen oder zurückgeben lässt, zum Beispiel.

Auch unsere Familie kann auf einige umständliche Karten-Erlebnisse zurückblicken. Daher heisst es bei uns vorsorglich „Jackentasche leer?“. Unmissverständlich markiert diese Fragen vorerst weiterhin den Schluss jedes Skitages!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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