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Früchte der Erkenntnis

Grundsätzlich sind wir dagegen: Auch in diesem Jahr soll der gefürchtete Feuerbrand wieder mit dem Antibiotikum Streptomycin behandelt werden. Trotzdem sind wir mit der erneuten Bewilligung des  Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) eigentlich ganz zufrieden.

Das Bundesamt für Landwirtschaft schränkt die Anwendung dieses „Pflanzenschutzmittels“ nämlich noch stärker ein. So dürfen die Obstbäume in diesem Frühjahr nicht mehr dreimal, sondern nur noch zweimal behandelt werden. Die Begründung dafür: in experimentellen Feldversuche hat sich offenbar gezeigt, dass besonders bei frühfreifen Apfelsorten höhere Rückstände auftreten können, als der Höchstgehalt vorsieht. So darf das Antibiotikum nur noch zweimal und letztmals mindestens 75 Tage vor Ernte angewendet werden.

Das eigenartige an dieser Sache ist, dass die Behörden vor zwei Jahren, als Streptomycin zum ersten Mal zum Einsatz kam, versichert hatten, dass keine Antibiotika-Rückstände zu befürchten seien. Die Analysen 2008 zeigten ein anderes Bild. Für die SKS und die anderen Konsumentenorganisationen war es deshalb nicht nachvollziehbar, dass man im letzten Herbst die Früchte nicht mehr auf Rückstände hin untersuchte. Die Werte seien ohnehin gesundheitlich unbedenklich, da lohne es sich nicht, viel Geld unnütz für Analysen auszugeben, wurde dies begründet. Nun kam man offenbar auch hier zu einer anderen Erkenntnis, nämlich dass die Rückstände doch bedenklich sein und den Höchstwert überschreiten können.

Die Konsumentenorganisationen haben vom BLW verlangt, dass eine erneute Bewilligung verknüpft wird mit der Auflage, dass die Früchte wieder untersucht werden. Tatsächlich wird nun die Anwendung stärker eingeschränkt, im Herbst sollen auch wieder die Früchte analysiert werden. Dieser Erfolg freut uns. Weniger erfreut sind wir darüber, dass beim Streptomycin immer wieder neue, unliebsame Erkenntnisse auftauchen, die vorgängig von den Behörden als undenkbar abgetan werden.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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