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vergoldete Chefsessel

Rekordeinnahmen von über 150 Millionen Franken verzeichnete die Verwertungsgesellschaft Suisa (Urheberrechtsentschädigung für musikalische Werke) im vergangenen Jahr. Dies nicht zuletzt wegen der Gebühren, die neu auf mp3-Playern erhoben werden und die seit 2006 für sehr viel Wirbel sorgten. Die SKS hatte sich noch im vergangenen Jahr für eine neue Berechnungsart der Gebühren stark gemacht, im Wissen darum, dass diese Einnahmen – auch nach der Korrektur! – bei der Suisa für unglaublich hohe Erträge sorgen.

Im vergangenen Sommer wurde dann endlich die „mp3-Abgabe“ um ganze 70 bis 95 Prozent gesenkt, was sofort den MusikliebhaberInnen zu gute kam. Dass das Schaffen der Künstler und Künstlerinnen mit diesen Gebühren abgegolten wird, ist gerechtfertigt und wurde nie bestritten. Doch der Verdacht, dass sich weitere Kreise an den Mehreinnahmen mit-bereichern, stand seit jeher im Raum. Neuerdings müssen die 5 Verwertungsgesellschaften ausweisen, wie hoch die Entschädigungen auf Direktionsebene sind. Und siehe da: die Chefsaläre übersteigen unsere kühnsten Erwartungen.

Der Geschäftsführer der Suisa verdient 357 Tausend Franken im Jahr, für den Chefposten der Pro Litteris (für Literatur und bildende Kunst) stehen 308 Tausend Franken im Jahr zur Verfügung. Gebührenerträge, die nicht dem vorgesehenen Zweck zugeführt werden, nämlich der Abgeltung des künstlerischen Schaffens.

Im Urheberrechtsgesetz soll verankert werden, dass sich diese Löhne an den Entschädigungen der Bundesverwaltung zu orientieren haben: Diese Forderung reichte Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer in Zusammenarbeit mit uns mit einer parlamentarischen Initiative vergangene Woche in der Wintersession ein.

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

7 Kommentare zu “vergoldete Chefsessel”



Jürg Schmid

Diese Abgaben sind zur Förderung und Unterstützung der Kunstschaffenden gedacht. Die hier bezahlten Löhne sind schlicht unverschämt. So schwierig ist die Führung der beiden Organisationen nicht. Abhilfe tut not.



Dieter Ochsé

Es gibt immer mehr interkantonale und parastaatliche Kommissionen und Institutionen mit Mitgliedern, deren Vergütungen oft übersetzt sind. Transparenz ist bitter nötig.



Hans Ott

All jenen die sich gegen die krankhafte Gier nach Macht und Geld in unserer Gesellschaft zur Wehr setzen, gebührt breite Unterstützung. Ich wünsche dem SKS und NR Leutenegger viel Erfolg!



Frischknecht, Hans Eugen

Als Komponist bin ich Mitglied der SUISA, auch bin ich Mitglied der SKS. Mit der Orientierung der Chef-Löhne an die Entschädigungen der Bundesverwaltung bin ich völlig einverstanden.



habiwinti

Der neue Chef ist ja der ehemalige Preisüberwacher Marti! Der ist ja schon Chef der Alptransit. Ein schönes Beispiel, dass auch Sozialisten gerne solche gut honorierte Jobs annehmen! Das wäre doch eine Chance für Marti hier ein positives Beispiel zu geben!



W. Jeg

Hoffe dass Sie erfolg haben.



Markus Saurer

Da bin ich für einmal ganz gleicher Meinung.

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