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Weckruf am Morgen

Das ist eher ungewöhnlich: Bereits am Morgen, kurz nach halb acht Uhr, landet eine Medienmitteilung in meiner Mailbox. Angesichts des Inhalts verstehe ich, weshalb die Wettbewerbskommission aussergewöhnlich früh dran ist mit ihrer Information: Die Swisscom soll 220 Millionen Franken Busse zahlen. Das wird heute ziemlich viel Aufregung geben und die WEKO wollte vermutlich den Medien genug Zeit geben, die Neuigkeit zu verdauen und ihnen selbst, den Ansturm zu bewältigen.

Um was geht es eigentlich, ausser um eine enorme Summe? Vermutlich haben Sie selbst zu Hause das Breitbandinternet installiert, und vermutlich auch schon seit längerer Zeit. Und wahrscheinlich gehören Sie auch zu den Kundinnen und Kunden, die „dank“ der Swisscom zu viel bezahlt haben – sei es der Swisscom, Sunrise, VTX oder Green. Die Swisscom hat über Jahre hinweg ihrer Konkurrenz viel zu viel abgeknöpft für Vorleistungen, welche nur sie anbieten konnte und auf die die Konkurrenz angewiesen war. Nun würde ich ja gerne bei der Swisscom anklopfen und dort das Geld zurückverlangen, dass ich damals zu viel bezahlt habe. Denn die überhöhten Preise haben nur in einem ersten Schritt die Anbieter bezahlt, wirklich dafür aufgekommen sind natürlich Sie und ich. Erfolg hätte ich mit meinem Anklopfen wohl kaum – die Busse, so sie denn die Swisscom bezahlen muss, wird in die allgemeine Bundeskasse einbezahlt und das Geld dort versickern.

Mit ist klar, dass man den Hebel früher ansetzen muss: Die Comcom, die Kommunikationskommission, soll bereits intervenieren können, wenn es darum geht, die Preise im Telekommunikationsbereich festzusetzen und dort unterschiedliche Ansichten bestehen. Wenn die Branche die Preise weiterhin in Verhandlungen festsetzt, besteht die Gefahr, dass den Kunden weiterhin überhöhte Preise verlangt werden. Wer dagegen klagen will – etwa kleinere Telekommunikationsanbieter – müssen die Kosten und den Aufwand fürchten. Und bis eine solche Klage dann bearbeitet und entschieden ist, zahlen wir Konsumenten weiter.

Wir zählen sehr darauf, dass diese Einsicht vorhanden sein wird, wenn eine entsprechende Motion im Parlament weiterbehandelt wird.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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