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Bundesrätliche Radikalkur

Es sei eine skandalöse Unterstellung, dass sich Ärzte am Medikamentenverkauf bereichern würden, zitiert der TagesAnzeiger Jacques de Haller, Präsident der Schweizerischen Ärzteverbandes FMH. Wenn sich die Ärzte schon nicht bereichern, dann verdienen sie gewiss daran, wenn sie ihren Patientinnen und Patienten direkt Medikamente verkaufen und sie nicht an die Apotheke verweisen. Komfortabel für die Patienten, wenn sie sich diesen Weg ersparen können, lukrativ für die Ärzte, wenn sie ihnen direkt Medikamente verkaufen und so nicht nur an der Konsultation verdienen. Böse aber, wer nun denkt, dass die Ärzte nun lieber und mehr Medikamente verschreiben würden!

Noch-Bundesrat Pascal Couchepin scheint jedoch so zu denken: Kurz vor seinem Rücktritt hat der Bundesrat vorgeschlagen, die sogenannte Selbstdispensation zu verbieten. Einzig auf dem Lande sollen die Ärzte noch Medikamente verkaufen dürfen, schlägt er vor, weil dort die Versorgung nicht in jedem Fall gewährleistet sei. Es ist tatsächlich nicht einsichtig, wieso Ärzte sich auch noch ein Stück von diesem Kuchen abschneiden sollen. Viele Patienten sind aber auch froh, wenn sie mit dem passenden Mittel in der Tasche aus der Praxis gehen können. Gerade für ältere Patienten ist dies eine grosse Erleichertung.

Statt nun ein kategorisches Nein zur Selbstdispensation auszusprechen, wäre ein Mittelweg wohl das probatere Mittel, um hier Kostenersparnisse zu erreichen: Ärzte, die selbst Medikamente verkaufen und abgeben, sollen daran nicht mehr verdienen. Wenn ihre Marge so gekürzt wird, dass ihre Unkosten gedeckt sind, besteht kein Interesse mehr, möglichst viele Medikamente aus dem eigenen Arzneischrank zu verkaufen. Zugleich wäre es ein kleiner Beitrag an tiefere Gesundheitskosten, der uns allen zugute käme.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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Ein Kommentar zu “Bundesrätliche Radikalkur”



Markus Saurer

Auf Dauer müssen die SD-Ärzte dann nur die sogenannten Unkosten steigen lassen… Aber das selbst der Preisüberwacher diesen Blödsinn vorschlägt, will ich nicht zu böse sein.

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