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Schweinegrippe um jeden Preis!

Auch die Börse zeigt Schweinegrippe-Symptome: kurzfristiger Anstieg der Fieberkurve, anschliessend Abfall – sogar unter den Vortageswert. Was bei Patienten und Patientinnen mit Erleichterung als erstes Anzeichen von Besserung wahrgenommen wird, löst in der Finanzwelt Hektik aus.

Der Impfstoff Celtura von Novartis erreicht „erstaunlich gute Immunoantworten“, so die Analyse eines Immunologen? Arztes? Professors? Nein, so lautet die Markteinschätzung der Zürcher Kantonalbank. Im gleichen Zeitungs-Artikel wird auch ein Analyst der Bank Vontobel erwähnt. Er relativiert die aufkeimende Hoffnung, denn „in den USA sind die Zulassungsbestimmungen für Impfungen etwas strenger“. Wahrscheinlich genügte dieser Nebensatz, damit die Novartisaktie an der Börse eine merkliche Abkühlung erfuhr, in diesem Fall bekanntlicherweise kein Zeichen der Besserung…

Die Schweinegrippe darf jetzt nicht verschwinden, zu hoch wird gepokert! Das Wettrennen läuft: Wer als erstes einen Impfstoff auf den Markt katapultieren kann, auf den wartet ein verlockender Gewinn. Alles muss schnell gehen, Zeit ist Geld und die Konkurrenz nicht untätig. Und weil immer wieder Fälle von Grippeerkrankungen bekannt werden, ist auch leicht begründbar, dass das Tempo weiter hochgeschraubt wird. Schnell, schnell hundert Personen impfen, schnell, schnell ihr Immunverhalten analysieren und schnell, schnell -leichte Ungeduld vermischt mit allenfalls etwas Druck…- eine Zulassung bei der Swissmedic erlangen.

Was aber, wenn diese Pandemie sich plötzlich rar macht? Ausgeschlossen, ein solches Szenario ist unvorstellbar: Mit einem Schlag der Fieberkurveneinbruch, ein ganzer Schweinegrippe-Markt fiele wie ein Kartenhaus in sich zusammen:

– Impfstoff, Tamiflu und weitere Grippemittelchen

– Flüssigseifen

– Desinfektionsmittel

– Papiertaschen- und Handtücher

– Gesichtsmasken

– Videokonferenz-Infrastruktur und

– Kreditkarten

Zu den beiden letztgenannten Industriezweigen, die vielleicht auf den ersten Blick Grippe-fern wirken, folgende Ergänzungen: Konferenzen mit „Auswärtigen“ werden vorsichtshalber in den eigenen Büroräumlichkeiten abgehalten. Und den Kaffee zum Mitnehmen oder das Gipfeli am Morgen soll man doch bitte in der Bäckerei -„der momentanen Situation angepasst“- nicht mit dem unhygienischen Bargeld bezahlen, sondern die Karte zücken.

Lang lebe die Grippe!, denn es stützen sich bestimmt noch weitere Erfolgsrechnungs-Prognosen auf die Existenz des A(H1N1)-Virus ab.

Wetten, dass die Pressemeldungen daher nicht so schnell verstummen und das Virus in schöner Regelmässigkeit irgendwo auftaucht?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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