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Kräftemessen

Das Geschrei geht einem durch Mark und Bein und erlangt gleichzeitig mächtig Aufmerksamkeit. Interessiertes Publikum hat es meistens zur Genüge: In der Warteschlange vor der Kasse des Supermarktes werden Kräfte gemessen. Wer hat die überzeugenderen Argumente? Die erwachsene Person mit sachlich vorgetragenen Einwänden oder der kleine Knirps mit der schrillen, durchdringenden Stimme? Perfekt platziert erobern diverse süsse Verlockungen die volle Aufmerksamkeit der Kinder, welche ohnehin bereits Ermüdungserscheinungen vom vorangegangenen Einkaufsmarathon zeigen.

Einkaufen mit den Kleinen im Schlepptau ist eine Spitzenleistung. Und das Prüfstück folgt am Schluss: Bis endlich die eingekauften Waren bezahlt und verstaut sind, schwitzen Erwachsene in Begleitung mit kleinen – oder auch grösseren – Kindern vielfach Blut. Verständnisloses Kopfschütteln aus den Reihen der Wartenden, welche das Schauspiel der Tobsuchtsanfälle hautnah mitverfolgen können, garniert mit ermunternden Kommentaren wie: „Sowas hätte es also bei uns nie gegeben!“ Braucht es noch weitere Ausführungen?

Die konfliktbelastete Schlüsselstelle beim Einkaufen könnte problemlos entschärft werden. Wir haben deshalb die beiden Grossverteiler angefragt, ob sie bereit wären, eine Kasse pro Laden einzuführen, die keine „Quengelware“ anbietet. Folgendes haben wir als Antwort erhalten, liebe Eltern, Grosseltern, Tanten und Göttis:

Eine „Quengelware-freie“ Kasse weist unseres Erachtens nur Vorteile auf: Eltern, die einfach keine Lust oder Zeit haben, ihre erzieherischen Fähigkeiten vor Publikum zu beweisen, könnten diese Möglichkeit wählen. Die anderen jedoch hätten weiterhin und auf freiwilliger Basis die Chance, die Kassen-Prüfung zu wagen.

Gehören Sie auch zu der – im Antwortschreiben von Coop erwähnten- Mehrheit, die eine solche Kasse entschieden ablehnen?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

3 Kommentare zu “Kräftemessen”



Maggie Mae

Das fängt schon im Laden selber an. Die Mütter nehmen aus dem Brötchenregal ein Weggli, drücken es dem Nachwuchs in die Hand (dann ist das Geschrei vielleicht kleiner oder unterbleibt ganz) und bezahlen an der Kasse das angekaute Weggli.
Das ist eine Unsitte und die Kinder lernen nicht mehr, dass warten und sich gedulden halt auch zum Leben gehören. Und dass es nicht alles hier, jetzt und sofort geben muss.



MAD

soll jetzt auch schon der supermarkt die erziehung übernehmen ?
ne also echt, bei allem verständnis, hier schiesst frau stalder übers ziel hinaus.
wie wär’s mit scheuklappen ?
konnte mir beim letzten besuch einer kasse das grinsen nicht verkneifen.
nützlicher wäre da doch ein platz an dem man die kids mal kurzzeitig abgeben kann um stresslos einzukaufen.
eventuell gleich beim laden ein kinder-depot einrichten.



Markus Saurer

Die Bengel quengeln ja nicht nur an der Kasse. Ein Wunder also, dass der „Konsumentenschutz“ den Verkauf entsprechend quengelgefährdeter Ware in Warenhäusern nicht gleich ganz verbieten will. Zudem stellen die Händler ihre Ware so auf, dass sich auch Erwachsene zu Spontankäufen hinreissen lassen. Es wäre doch gut, wenn die Händler zwei separate
Abteile führen müssten. Ein Abteil müsste die Waren nach einem Plan des Bundesamts für Kinder- und Erwachsenenschutz einordnen. In diesen Abteilen könnten diverse sozialerzieherische Ziele verfolgt werden. Besonders gefährdeten Kunden müsste der Zutritt zum freien Abteil (ohne Bundesplan)allerdings verboten werden. Dies liesse sich jedoch durch
die Herausgabe einer Schutzkarte – anstelle von Cumulus, Supercard etc. – ohne Weiteres realisieren.

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