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Weisse Schafe nominieren

Etwas überrascht stelle ich fest, dass die Ferienreisezeit noch nicht zu Ende ist: Letzte Woche flatterte doch diese verlockende Reiseeinladung ins Haus. In grossen Buchstaben wünschen mir die Veranstalter einen schönen Urlaubstag und viel Spass. Ja, dieser scheint garantiert! Denn ich habe hier nicht einfach leere Versprechungen vor mir! Wortwörtlich und Buchstaben-genau steht: „Auch seriöse Firmen, wie wir es sind, müssen um ihren Ruf kämpfen, weil so gennante schwarze Schafe die seriösen Firmen mit in den Schmutz ziehen. Das lassen wir uns nicht mehr gefallen.“

Die Vorzeichen stehen gut: die Reiseeinladung gilt für das unverwechselbare Datum vom 09.09.09 und ich darf 3 weitere Personen mitbringen. Zusätzlich bin ich nominiert für den Hauptgewinn von 3000 Franken in bar und weitere verlockende Geschenke sind mir sicher: ein Kosmetik-Set im Wert von 200 Franken!, ein kostenloses Mittagessen und ein DVD-Player. „Tatsache ist und bleibt- Sie haben garantiert gewonnen und erhalten alles gratis.“

Das tönt nach altbekannter Masche und doch hebt sich dieses Schreiben der „Möven-Touristik AG“ aus Mettau mit deutlichen Worten von der üblichen Werbereisefahrt-Gaunerei ab. Sie verurteilen die „leeren Versprechungen“ der Konkurrenz und versprechen schwarz auf grün, dass die Auszahlung garantiert am Reisetag passiert und ich doch bitte meinen Personalausweis mitbringen soll, damit ja alles seine Richtigkeit hat. Solche Bekundungen räumen beinahe sämtliche meiner Zweifel aus….

Doch auch diese selbstherrlichen weissen Schafe kennen die Tricks des ungenauen Lesens und des Hoffnung-Weckens, auch sie schlachten dies erbarmungslos aus: Wer nicht weiss, nach welchen Spielregeln vorgegangen wird- unabhängig davon, ob schwarze oder weisse Schafe das Reiseprogramm verfassen, wähnt sich beim Lesen dieser Werbebotschaft als alleiniger Gewinner. Trotzdem hat er/sie auch hier am Schluss nur das Nachsehen und vielleicht fünf Miniaturdosen mit Tages- und Nachtcrème und ein unbrauchbares elektronisches Unterhaltungsgerät in den Händen. Und im schlechtesten Fall einen Vertrag über mehrere hundert oder tausend Franken für eine Matratze, ein Hauhaltgerät oder eine Rheumadecke im Hosensack/in der Handtasche.

Kommentarlos landet mein Schreiben dort, wo auch für die schwarzen Schafe die Endstation ist: im Altpapier, bääääh!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 

 

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