Startseite Blog Preisgekrönte Strategie „Wörterverknüpfung“

Preisgekrönte Strategie „Wörterverknüpfung“

Geschickt weiss die Pharmaindustrie die klare Trennung zu schüren: billig und Gesundheit, das darf nicht zusammengehören! Die Botschaft wird landesweit in schöner Regelmässigkeit verbreitet, im Sinn von: Billige Medikamente taugen wenig, ebenso sind billige Behandlungsmethoden praktisch ohne Wirkung. Sofort wird die Zweiklassenmedizin ins Feld geführt, wenn über Kosteneinsparungen im Pharmabereich laut nachgedacht wird. Unsoziale Lösungen malen die Branchenvertreter in allen Farbnuancen aus, wenn Kosteneinsparungen im Bereich der Medikamente umgesetzt werden sollten: Nur noch die Reichen könnten sich die teuren und damit -so die Interpretation- besten Behandlungsmethoden leisten, die Wenigerbetuchten hätten sich mit den billigen -damit wird automatisch „schlecht und wirkungsarm“ suggeriert- Behandlungen zu begnügen.

Nun, so zu argumentieren scheint ein durchschlagender Erfolg zu werden: So hat auch die nationalrätliche Gesundheitskommission einen Schwenker gemacht und unterstützt den Beschluss von Ende Juni nicht mehr, nur noch den billigsten Wirkstoff zu vergüten.

Unbestritten sind die Tatsachen,…

… dass die Erhaltung der Gesundheit das wichtigste Gut ist,

… dass dafür alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten eingesetzt werden sollen und

… dass sich die meisten Menschen bei Gesundheitsthemen auf die Meinung der Sachkundigen verlassen und damit auf die Erkenntnisse von Experten angewiesen sind.

Unbetritten ist aber auch, dass es kaum einen anderen Bereich gibt, in dem (unter anderem auch durch diese Sachkundigen) problemlos Ängste verstärkt oder sogar geweckt werden können, da es ja unmittelbar um die eigene Lebensqualität geht. Schlagwörter wie „Zweiklassenmedizin“, „Gefährdung der Forschung“ oder „Innovations-Behinderung“ verknüpft mit „billig“ leuchten -ruckzuck- ein und lassen Zweifelnde sofort verstummen.

Nebst der Schlagwortkombination der Pharma fehlen aber Argumente, die zeigen, dass ein teures Medikament eben auch ein besseres ist und dem Genesenden nachweislich zu mehr Lebensqualität verhilft. Doch scheinbar reichen die oben aufgeführten bestechenden Wortverknüpfungen aus, um Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe zu verhindern. Eine bemerkenswerte Kommunikationsstrategie und ich vermute, dass die Pharmaindustrie dafür tief in den Geldbeutel greift. Schliesslich steht und fällt in der heutigen Zeit der Erfolg eines Grossunternehmens mit dem Ansehen in der Öffentlichkeit- erneut beschäftigt sich in diesen Tagen auch die UBS wieder damit. Aber lenken wir jetzt nicht vom Thema ab…

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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