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Post von der Ausfallstrasse 13

Das Couvert aufreissen und dann die Augen: Da hält man nichts ahnend eine Rechnung in den Händen, und was für eine! Fr. 86’000! Absender ist die Anwaltskanzlei Abriss & Partner, die in der Ausfallstr. 13 beheimatet ist. Die Rechnung bezieht sich auf einen Verkehrsunfall und was wirklich ins Geld geht, sind die Anwaltskosten in der Höhe von 77’000 Franken. Tausende von Schweizerinnen und Schweizer erhalten in diesen Tagen dieselbe Post. Und auch wenn offensichtlich ist, dass es sich im schlechtesten Fall um einen Irrtum, im besten Fall um einen schlechten Scherz handelt, werden die meisten Empfängerinnen und Empfänger eine kurze Schrecksekunde erleben.

Und das ist wohl auch die Absicht des TouringClubs der Schweiz (TCS), die Absenderin dieser Werbung. Auf der Rückseite der Rechnung erfährt man nämlich, dass man mit sich mit läppischen Fr. 86.- die 86’000 Franken ersparen und eine Assista TCS Rechtsschutzversicherung abschliessen kann.

Irgendwie, so scheint mir, ist es ziemlich schwierig, für Versicherungen zu werben. Wie kann man so etwas Trockenes wie eine Versicherungspolice lustvoll an die Frau und den Mann bringen? Mit Humor, sagen sich die Werber wohl und schaffen zum Beispiel Plakate, auf denen einfache Strichzeichnungen mögliche und unmögliche Schadensszenarien darstellen. Oder die Fernseh-Spots, welche nach demselben Muster gestrickt sind. Die Unbeholfenheit der Betroffenen vermag hier zumindest ein Lächeln hervorzulocken.

Im vorliegenden Fall habe ich allerdings die grössten Zweifel, ob die Leute nach dem Schrecken, den Ihnen der TCS einjagt, auch gewillt sind, bei eben diesem TCS eine Versicherung abzuschliessen? Was meinen Sie?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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11 Kommentare zu “Post von der Ausfallstrasse 13”



Patrick

Nicht nur ist es eine unwahrscheinliche Frechheit so was zu schicken, ausserdem wird die tiefe Intelligenz und die Art der Personen gezeigt von denen TCS geführt wird.
Keine TCS für mich in den kommenden Jahren!



grütli

Peter, hast Du schon mal was von Imageschädigung gehört? Schlecht von einer Marke reden zu lassen ist nicht ein Werbeziel, oder man ist schwachsinnig.



Peter

Man spricht über die TCS Assista. Das ist gut so. Schon namhafte Politiker haben gewusst: Bekannt bist Du, solange man über Dich spricht. Und da der Mensch eher die schlechten News behält, lass die Leute doch schlecht über Dich reden.



Ruedi

Heute kann ich im Tagi lesen:
„Dass die Stiftung für Konsumentenschutz aber innert weniger Tage diverse Rückmeldungen erhalten habe, zeige, wie sehr der Brief in der Bevölkerung für Aufruhr gesorgt habe, sagt Sara Stalder gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnetz.“
Eigentlich zeigt es doch vielmehr, wie dumm die vielen Leute sind, die sich dadurch aus der Ruhe bringen lassen. Man kann sich doch erinnern, dass man keinen anwalt engagiert hat, dass man keinen Unfall hatte und das auch kein Gutachten erstellt wurde. Warum sollte ich also diese Rechnung erhalten? Muss der SKS tatsächlich für allgemeingebildet
Doofe einstehen? Oder hat er wichtigere zu tun, wo nicht ein cleverer Werbegag sondern wahre Abzocke die Menschen hinterrücks kaputt macht?
Gute Besserung!



Rainer

Im ersten Moment habe ich mich auch erschrocken, aber dann sehr schnell die Rückseite gelesen und das ganze Werk sofort ins Altpapier gegeben. Wer versucht, so unseriös Kunden zu gewinnen, muss sich nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht.
Aber die Damen und Herren vom Marketing hatten sicher ihren Spass, als sie das ausgeheckt haben. Das Lachen dürfte ihnen jetzt im Hales stecken bleiben. :-)



KK

Aufgrund des Namens der Kanzlei habe ich zwar recht schnell erahnt, dass es sich um eine Art Werbung handeln musste. Wer aber diese Kampangne bewilligt und in Auftrag gegeben hat, wurde erst spaeter deutlich. Geschmacklos und unterbelichtet. Voellig danebengegriffen hat der tcs mit dieser Aktion. Es gaebe eine Menge zu dieser Art Werbung zu
schreiben…ich muss sagen, ich habe mich zuerst gefragt, wieviele aeltere Menschen wie meine 80 jaehrige Mutter zum Beispiel einen solchen Werbegag verkraften wuerden. Eine Entschuldigung des tcs halte ich fuer mehr als angebracht. Und der Agentur, die fuer diesen Schwachsinn mit ihren „Kreativen“ verantwortlich zeichnet, wuensche ich mehr Sinn
und Verstand bei der Auswahl Ihrer Mitarbeiter und Entscheidungstraeger.
Nach ein paar Tagen Mitgliedschaft beim tcs ist der Kuendigungsbrief schon geschrieben. Ich hoffe, es tun mir Andere gleich und besinnen sich auf ihre Moeglichkeiten als Kunden.



genervter

> klage wegen betrugs erheben
PS: ich meinte natürlich „anzeige erstatten“ (klage erheben tut ja soviel ich weiss das gericht…..).



genervter

ich hab den brief auch bekommen, bin allerdings nicht erschrocken – ich war nur genervt und habe es für einen plumpen betrugsversuch gehalten. und formell erfüllt das schreiben doch alle kriterien eines solchen? ich bin kein jurist, mich würde also interessieren, ob ich mich „dumm stellen“ und klage wegen betrugs erheben kann.
mir gehen solche guerilla-taktiken gehörig auf die nerven. man kriegt ja auch so schon dauernd irgendwelche unseriösen „sie haben gewonnen“-briefe usw.



zimmet

…und ich werde einmal wöchentlich die Geschäftsstelle anrufen – solange bis ich – genauso schriftlich und persönlich adressiert wie die ärgerliche Werbung – die schriftliche Entschuldigung des TCS in meinen Händen halten werde.

Natürlich werde ich nach dieser Aktion niemals Vertragspartner des TCS werden.



Susanne

Der Schreck von meiner Mutter war sehr gross (Jahrgang 1930). Sie konnte sich überhaupt nicht mehr erholen. Finde solche Werbung unakzeptabel!!



BloggingTom

Der Schreck beim Öffnen des Couverts war tatsächlich gross. Meine Lebenspartnerin wollte mir für einen Moment sogar unterstellen, ich hätte ihr einen Unfall verschwiegen. Die Auflösung kam dann, endlich, beim Wenden des Wisches. Und die Erkenntnis gleich dazu: Wer mir so einen Schrecken einjagt, kriegt auch keine Kohle. So einfach ist das…

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