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Stimmung im Eimer

Feierabend! Während meiner frühabendlichen Zugreisen ist diese Stimmung bei den Mitreisenden jeweils deutlich spürbar. Nach einem strengen Arbeitstag dominiert das Verlangen, schnellstmöglich nach Hause zu kommen. Der öffentliche Verkehr setzt diesen Wunsch recht zuverlässig um.

Ausnahmen gibt es und diese werden in der Regel von den Reisende auch gutmütig geduldet. Es kommt vor, dass wegen Streckenarbeiten das Umsteigen auf einen Bus und bei der übernächsten Station der zweite Wechsel zurück auf die Regionalbahn nötig ist. Alles kein Problem, schliesslich gibt es Lautsprecherdurchsagen und hilfsbereite Lotsen an den Stationen. Meistens….

Unverständlich daher, dass auf der genau gleichen BLS-Linie die Umsteigemanöver sehr unterschiedlich gemanagt werden: „Dingdongdingdong“, die automatische Lautsprecherdurchsage gibt kurz nach der Abfahrt bekannt, dass dieser Zug nur noch bis zur nächsten Station fährt und dass dort ein Ersatztransportmittel bereitsteht. In Oberburg ist also Schluss -alle steigen aus.

Eine wiederum automatische Lautsprecherdurchsage auf dem Perron empfängt uns Abendpassagiere mit dem Hinweis: „Bitte nicht einsteigen, diese Zugskomposition wird abgeschlossen“. Logisch, dass damit die bereitstehende Bahn auf dem gegenüberliegenden Gleis gemeint ist. Daher bewegt sich der ganze Pendlerstrom durch die Unterführung zum wartenden Ersatz-Bus: Fehlanzeige!

Von Feierabendstimmung ist nichts mehr spürbar, als sich alle Passagiere (wirklich alle?? -ich habe da meine Zweifel!) im Ersatzfahrzeug wiederfinden. Die Fahrt geht tatsächlich mit den Zug, der auf dem anderen Gleis stand, weiter. Irgend ein findiger Reisender hat dies herausgefunden und die Nachricht verbreitete sich anschliessend unter den Suchenden.

Kopfschütteln, hässige Worte, Unverständnis: Ich kann den abrupten Stimmungswechsel bestens nachvollziehen. Der Keim dieses Umschwungs ist jedoch ein winziger: Es fehlte bloss ein einziger klärender Satz zur richtigen Zeit.

Und das, liebe BLS, ist wahrlich kein Ding der Unmöglichkeit! Ich empfehle daher, dies im Qualitätssicherungsprogramm festzuschreiben: Ein kleines kostengünstiges Rezept, das gute Laune bei den Passagieren garantiert und das zudem-bei konsequenter Umsetzung!- die Marketingkosten deutlich senkt.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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