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Ein kleines Müsterchen gefällig?

Eltern mit kleineren Kindern müssen den Gang zur Post seit längerem fürchten: Seitdem die Post auch zu einem Art Kiosk geworden ist und den Kindern „Quengelware“, also Süssigkeiten auf Augenhöhe präsentiert, ist das Warten in der Post kein Zuckerschlecken mehr. Und ob mit und ohne Kinder, man darf gespannt sein, was die freundliche Schalterbeamtin, der zuvorkommende Schalterbeamte einem noch in die Hand drücken will, nachdem man die Briefe oder Pakete aufgegeben hat. Regelmässig gibt es eine nette, kleine Aufmerksamkeit. Das erste Mal stutzt man noch, wenn man zum Schluss gefragt wird, ob man eine Katze zu Hause hat. Hat es verräterische Haare auf der Jacke oder gar auf den Briefen? Mitnichten – wer irritiert bejaht, bekommt ein Müsterchen in die Hand gedrückt. Katzenfutter, überreicht von der Post. Wenn es gut geht, grad zwei, der Postbeamte will das Katzenfutter nämlich loswerden und die zwei Muster reichen für eine ganze Katzenmahlzeit.

Manchmal gibt’s auch einen verheissungsvollen Wettbewerb zum Ausfüllen, als Gewinn winkt ein Blutdruck-Messgerät. Oder ein wirklich lesenwertes Gesundheitsheftchen. Unabhängige Informationen will ja ohnehin niemand mehr, also hat es praktischerweise fast nur Werbung drin. Oder dann – weil man schon leicht ausgehungert aussieht? – einen Getreidestengel samt Werbezettel. Darauf steht „Natürlich han ich’s gärn…“.

Nein, liebe Post, ich habe es nicht gern, wenn mein Briefkasten mit Werbung überquillt und ich habe es auch nicht gern, wenn man mir am Schalter Werbung unter die Nase hält!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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