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Frühlingserwachen

Noch vor wenigen Jahren war es mir kaum erklärbar, dass viele Versicherte die Erhöhung ihrer Krankenkassenprämien wenn nicht klaglos, so wenigstens tatenlos hinnahmen und ihrer Versicherung treu blieben. Auch im letzten Herbst nahmen lediglich 10 Prozent der Versicherten einen Wechsel ihrer Krankenkasse vor – die durchschnittliche Prämienerhöhung betrug aber auch „nur“ 2,6 Prozent. Und dieses Jahr? Bereits wird prognostiziert, dass in diesem Herbst der grosse Wechsel stattfinden werde, die günstigeren Krankenkassen von neuen Mitgliedern überrannt und die teuren quasi vor leeren Mitglieder-Karteien stehen würden.

Ein Prämienaufschlag bis zu 20 Prozent, das schmerzt und belastet das Budget ungemein. Auch wir sind überzeugt und hoffen, dass viele Versicherte die wenigen Sparmöglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen,  nutzen: Etwa eine hohe Franchise wählen, wenn sie nicht mit hohen Gesundheitskosten rechnen müssen, ein Hausarzt- oder HMO-Modell wählen, unnütze Zusatzversicherungen kündigen. Aber auch zu einer günstigen Krankenkasse wechseln. Makler und sogenannt unabhängige Versicherungsberater sind da gerne behilflich – sie werden alle Hände voll zu tun haben und profitieren von der steigenden Bereitschaft, zu einer günstigeren Versicherung zu wechseln.

Umso dringender scheint mir, dass das Angeln von „günstigen“ Risiken – also das Werben von jungen, gesunden Versicherten – nicht mehr mit hohen Provisionen von den Krankenkassen abgegolten werden darf. Die Berater, welche einen Versicherten mit tiefem Risiko anwarben, erhalten pro Abschluss eine deutlich höhere Entgeltung, als wenn sie ältere, kranke und teurere Versicherte anwerben. Der Informationsbedarf wird gross sein in diesem Sommer und Herbst. Information und Beratung darf nicht nur den Beratern und Maklern überlassen werden, sondern vor allem von unabhängigen Stellen und Organisationen gewährleistet werden.

Dies ist eine unserer Forderungen,  die rasch beschlossen und eingesetzt werden kann. Aber wollen muss man es – und beim Bundesrat und den vielen Lobbyisten muss dieser Wille zuerst noch erwachen. Und der Frühling ist bald einmal vorbei…

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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