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Vom Regen in die Traufe…

…oder wie begossene Pudel oder gelackmeiert: Diese Gefühle -um mich in sprachlich einwandfreien Begriffen auszudrücken- müssen alle wirklich eingefleischten Fans von AC/DC gestern durchgemacht haben.

Das Konzert stand von Anfang weg unter einem schlechten Stern. Innerhalb von 29 Minuten waren die Tickets weg und der Schwarzhandel blühte bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart. Für wirklich hartgesottenen Fans bedeutete dies Frust und Zorn: Überlastete Leitungen und kein Schalterverkauf verunmöglichten ein reguläres Erwerben eines Eintritts.

Horrende Preise wurden auf dem zweiten Verkaufsweg verlangt. Für viele Anhänger wohl die einzige Möglichkeit, um sich beim Schweizer-Konzert der Hardrocker Einlass zu sichern. Dass die Tickets wie warme Weggli Absatz finden, war von Anfang an klar: Nur rund jeder Dritte Fan hätte so oder so einen Platz erhalten.

Doch ich bezweifle, dass die Tickets wirklich bei den Hardrock-Liebhabern gelandet sind. Zu lukrativ ist das Geschäft mit beliebter und knapper Ware: Für viele Spekulanten hätte der heutige Tag bestimmt den grossen Gewinn eingebracht. Gewiefte Händler nutzen die Gunst der Stunde und drehen kurz vor Konzertbeginn verzweifelten, ticketlosen Fans Eintritte zu haarsträubenden Preisen an. Organisierte Banden kennen ihr Handwerk à fond,  ihnen kann nichts Rechtswidriges angelastet werden.

Die gestrige Schockmeldung frustrierte nicht nur die Musikliebhaber, dessen bin ich mir sicher. Viele überteuerte Eintritte warten noch auf einen Abnehmer. André Béchir, der Veranstalter, ist zwar guten Mutes, dass das Konzert innerhalb der nächsten Monate doch noch in der Schweiz über die Bühne geht.

Und wenn nicht? Wahrscheinlich wurde ein grosser Teil der Tickets bereits zu überteuerten Preisen gekauft, um im lukrativen Schwarzhandel mitzumischen. Der schlimmste Fall „Geld-zurück“ bedeutete daher satte Verluste. Kein schlechtes Lehrstück für den Schwarzmarkt, aus meiner Sicht.

Noch immer läuft unsere Umfrage, um gegen die unglaublichen Wucherungen bei Grossevents Gegensteuer zu geben. Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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