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Unzufriedener Vize-Europameister

Bei Paketpreisen rühmt sich die Post, beinahe Europameister zu sein. Selbstbewusst verkündete sie diese Botschaft Mitte Dezember 08. In einem eigens dafür hergestellten Faktenblatt entnimmt man der Grafik auf einen Blick, dass nur Portugal günstigere Preise bei den leichteren Paketen aufweist.

Heute, anderthalb Monate nach der stolzen Bekanntgabe des Europavergleichs, nun der nächste Schritt: Die Post scheint mit diesem zweiten Platz doch nicht glücklich. Die Gewinne des Paket-Geschäftsbereichs  sind im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das mag der Grund sein, dass die Silbermedaille zu wenig wertvoll ist, um sie auf dem Preispodest zu verteidigen. Auf keinen Fall wird der Europameister-Titel angestrebt: Im Bereich der leichteren Pakete gibt es einen massiven Aufschlag. Durch Selber-Frankierung sind zwar undefinierte Ermässigungen möglich- immerhin.

Die Post hat in den letzten Jahren konstant Gewinne von weit über 800 Millionen ausgewiesen. Bei der Briefpost sind die Briefe bis 20 Gramm die am häufigsten verschickten und kosten daher auch übermässig viel. Diese Rechnung scheint der Post zu behagen: Voraussichtlich per 01. April dieses Jahres wird das gleiche System nun auch bei den Paketen angewandt.

Der Ball liegt beim Preisüberwacher. Hier wartet bereits das Dossier „Übergewinne reservierter Bereich“ auf Klärung.

Es kann nicht angehen, dass bei einem uns unbekannten Gewinneinbruch sofort mit massiven Preisaufschlägen reagiert wird. Noch ist die Grundversorgung der Post ein Service public und hat damit nicht die Aufgabe, Gewinne zu maximieren.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konusmentenschutz

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