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Vorboten mit Discountpreisen?

Dem Weihnachtsgeschäft folgt der Ausverkauf: Somit beginnt alles auch in diesem Jahr sauber geordnet. Nur wurde durch die gestrige Discountpreis-Ankündigung von Coop das Ausverkaufsritual arg durchgerüttelt. Nach dem besten Geschäftsjahr seit Bestehen des Grossverteilers erhalten nun die Kunden und Kundinnen eine Belohnung: Rund zehn Prozent billiger werden die beliebtesten Produkte des täglichen Bedarfs -ausschliesslich zur Freude der Konsumentinnen und Konsumenten. Weniger Gefallen daran finden die Lieferanten („die Beschaffungskosten sind zu hoch“*) und die Aktion soll auch für den Neu-Discounter nicht zu reiner Gewinn-Maximierung führen.

Im doppelseitigen Inserat sind zwölf der meistverkauften Markenartikel aufgeführt. Erstaunt nehme ich zur Kenntnis, dass Ketchup, Kinder-Milchschnitte, Cornflakes, Cola, Pommes-Chips, Bier und Nutella-Brotaufstrich zu den Top-Twelve gehören: Widerspieglen diese Produkte das tägliche Essverhalten in der Schweiz? Nebst den Genusswaren werden Rasiergel, Windeln und Fleckenmittel mit Vorliebe in den Einkaufswagen gelegt.

Sind die Preisabschläge Vorboten des Parlament-Beschlusses vom letzten Sessionstag im Dezember? Dass bereits die Ankündigung von der Möglichkeit für Parallelimporte von patentgeschützter Ware zu Preissenkungen führt, erlebte kürzlich der Agrarsektor. Erfreulich, wenn bei Hygieneprodukten die Preissenkungen schon Wirklichkeit werden. Ein erster Bereiche, bei dem tiefere Preise ohne Qualitätseinbussen möglich sind- was wir seit Jahren vorausgesagt haben. Nachfolgen werden Sportartikel, Haushaltgeräte, Unterhaltungselektronik, Bekleidung,…

Bei stark verarbeiteten Genussprodukten, wie die erwähnten in der mir vorliegenden Werbung, sind tiefere Preise gerechtfertigt, solange die Gewinneinbussen beim Zwischenhandel und bei der verarbeitenden Industrie inklusiv Marketing und Verpackung zu finden sind. Sobald aber an den „Beschaffungskosten“ der Lieferanten von Rohstoffen geschraubt wird (siehe oben), sind umfangreiche Qualitätseinbussen die Folge: Nicht nur die Produzenten leiden darunter, auch eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft wird verunmöglicht.

Wir freuen uns im 2009 auf verbilligte Produkte, deren Preisabschläge in keiner Weise die „Ethik und Ökologie“* beeinträchtigen!

*aus der Werbung von Coop

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

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