Startseite Blog Busse für den Nationalrat

Busse für den Nationalrat

Heute morgen hat Herr Zumoberhaus angerufen: So viel Aufwand, Geld und Zeit für eine so unangenehme Sache, klagt er am Telefon. Und ich kann seinen Ärger gut verstehen: Der Telekom-Anbieter mobilezone hatte seine Frau angerufen, um eine Abonnement für das Festnetz zu verkaufen. Frau Zumoberhaus hatte am Telefon lediglich Unterlagen verlangt, ins Haus schneite es dem Ehepaar aber eine „Vertrags-Bestätigung“! Anrufe und Briefe haben bis jetzt nichts gefruchtet, nur gegen eine Entschädigung von Fr. 200.- könnten sie sich aus dem Vertrag zurückziehen, gab mobilezone schriftlich zu verstehen. Aus einem Vertrag, den Herr Zumoberhaus notabene nie abgeschlossen und nie unterschrieben hat.

Diese 200 Franken sollte eigentlich der Nationalrat übernehmen, und zwar jede Nationalrätin und jeder Nationalrat, der gestern ein Widerrufsrecht für Verträge, welche am Telefon abgeschlossen werden, abgelehnt hat. Höre ich die Geschichte von Herrn Zumoberhaus und vielen andern KonsumentInnen, welche sich mit solchen aggressiven Verkaufsmethoden herumschlagen müssen, ärgert mich das Nein des Nationalrates nochmals doppelt. Gestern hat der Nationalrat zwei solcher Initiativen abgelehnt, welche den Alltag der KonsumentInnen vereinfacht hätten: Nein sagte er zur parlamentarischen Initiative von SKS-Präsidentin Simonetta Sommaruga, welche auch im elektronischen Geschäftsverkehr wesentliche Verkaufsinformationen wie Preis und Lieferbedingungen verlangt hatte. Und nein eben auch zum Widerrufsrecht für Verträge, welche am Telefon abgeschlossen wurden.

Für Herr Zumoberhaus wäre das eine grosse Erleichterung: Er könnte vom Vertrag, den er zwar nie abgeschlossen hat, einfach innert einer bestimmten Frist wieder zurücktreten, ohne dass ihm noch mit einer Busse von Fr. 200.- gedroht werden könnte. So muss er nun weiter versuchen, mit eingeschriebenen Briefen zu verhindern, dass sein Festnetz-Anschluss in wenigen Tagen auf mobilezone umgeschaltet wird. Vielleicht ist es wirklich einfacher, die Rechnung von Fr. 200.- den Nationalrätinnen und Nationalräten zu schicken. Wer nicht zahlt, wird einfach mit Fr. 200.- gebüsst.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


Auf Facebook teilen    Auf Google+ teilen

3 Kommentare zu “Busse für den Nationalrat”



Yvonne Migliaretti

Danke für Info und Kommentar von Peter Brupacher. Ist es möglich eine Adressliste dieser Nationalräte zusammenzustellen? Diese Leute sollten von uns Briefe und Mails erhalten, damit ihnen klar wird, dass am anderen Ende ein paar Leute reagieren!

YM



Yvonne Migliaretti

Danke für Info und Kommentar von Peter Brupacher. Ist es möglich eine Adressliste dieser Nationalräte zusammenzustellen? Diese Leute sollten von uns Briefe und Mails erhalten, damit ihnen klar wird, dass am anderen Ende ein paar Leute reagieren!

YM



Peter Brupbacher

Danke für die Info.
Ist es möglich auch die Namen oder mind. Partei-Fraktionen aufzuführen, die dagegen gestimmt haben?
Langsam müssen wir dazu kommen solche VOLKS-Vertreter einfach nicht mehr zu wählen!

Ratgeber

Ratgeber: Das ist Ihr gutes Recht

Gönnerpreis: 27.00 CHF
Normalpreis: 32.00 CHF

Miniratgeber: Jugendliche, Geld und Recht

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF

Miniratgeber: Vorsicht Betrug!

Gönnerpreis: 4.50 CHF
Normalpreis: 9.50 CHF


Hosting von oriented.net