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Erfrischend bedeutungslos

Inmitten Finanzcrash und Stromtarifproblematik tauchte heute beim Wäscheversorgen ein erfrischend unbedeutsames Thema auf, das mich aber seit jeher rabiat werden lässt: die Kleideretiketten.

Die neue Jeanshose unseres jüngsten Sprosses hatte doch tatsächlich nebst Grössen- und Herstellerangabe zwei riesengrosse Leintücher mit Waschwarnung und –anleitung am Bund eingenäht. Die Hinweise stehen in verschiedenen Sprachen: Wahrscheinlich wird die Hose also weltweit gehandelt, die Globalisierung lässt grüssen. Die beiden Etiketten sind riesig -oder erscheinen sie nur so, verglichen mit der Hosenlänge?

Wie in dieser Situation üblich, greife ich auch heute zur Schere und trenne die unverhältnismässig grossen Stofffetzen aus dem Kleidungsstück.

Durch Unachtsamkeit passierte es auch schon, dass ich dabei die Grössenangabe weggetrennt habe. Das ist ein Ärgernis für meinen Mann, da er hauptsächlich die Wäscheberge der ganzen Familie abträgt. Verständlicherweise gibt es bei uns in regelmässigen Abständen Diskussionen zum Thema „Inwieweit vereinfachen Kleideretiketten den Haushaltsalltag?“.

Zu einer einheitlichen Meinung haben wir uns in all den Jahren noch immer nicht durchgerungen. Ich schneide weiterhin mit Überzeugung Leintücher aus Pullovern, Blusen, Jacken und Hosen und mein Mann quittiert diese Handlung stets mit Kopfschütteln.

Wenn mich die Reste der weggeschnittenen Etiketten am Hals kratzen oder ich versehentlich etwas zuviel wegschneide, zweifle ich bisweilen schon an der Richtigkeit dieser Tat…

Bei einem Punkt aber sind wir uns in der Diskussion jeweils einig: Findige Entwickler sollten sich schleunigst Lösungen überlegen, damit Etikettenhasser (ich weiss, dass ich damit nicht alleine bin!) und Befürworter gleichermassen zufriedengestellt werden können. Da besteht aus unserer Sicht noch grosses Entwicklungspotential.

Es ist doch wunderbar, wie unterschiedlich gewichtige Knacknüsse es im Leben zu lösen gilt!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

Ein Kommentar zu “Erfrischend bedeutungslos”



Titus Sprenger

Bei diesem Thema sprechen Sie mir aus dem Herzen. Immmerhin: Es ist ein „Leintuch“, das man noch relativ einfach rausschneiden kann. Mühsamer sind da schon eingenähten Etiketten, deren Ecken trotzdem jucken.

Es gibt Lösungen, einige sogar sehr einfache:
Gewiss Hersteller drucken die Grössenangabe oder die Waschhinweise direkt aufs Textil-Produkt. Das mag sinnvoll sein, solange dieser Aufdruck nicht nach innen, zum Körper hin, erfolgt. Ansonsten juckt’s auch

Andere nähen die Etikette mittels separater Naht an. Das braucht dann etwas Geduld, aber für zu einem „sauberen“ Resultat.

Die beste Lösung hatte ich jedoch kürzlich gesehen: Eine eingenähte, jedoch perforierte Etikette, welche man einfach nur wegreissen kann (ohne dass dabei die Naht reisst). Somit müsste man nur die „Leintücher“ zusätzlich perforieren (was ohnehin automatisch erfolgen könnte).

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