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Adressat bekannt

„An alle Einwohner von …“ – ein so präzis adressiertes Couvert landete gestern in meinem Briefkasten und daraufhin sofort in meiner Papiersammlung. Weil immer mehr Briefkästen mit einem „Stopp-Werbung“-Kleber für unadressierte Werbung tabu sind, greifen Firmen und Organisationen in die Trickkiste und adressieren so fantasievoll wie „An alle Käseliebhaber der Sowieso-Strasse“ oder eben an „alle Einwohner“. Die Post verträgt die Werbe- und Bettelbriefe, ohne nachzufragen, ob man tatsächlich Käse mag oder am liebsten davor davon läuft. Hauptsache, irgendwie adressiert – schliesslich spült das auch der Post Geld in die Kasse, wenn sie Werbung verteilen kann.

Die Klagen häufen sich bei uns, dass besonders Werbung, welche über andere Kanäle verteilt wird, dem Kleber zum Trotz im Briefkasten landet. Gratiszeitungen verstopfen den Briefkasten zusätzlich. Was also tun, wenn weder Eintrag in die Robinson-Liste – der *-Eintrag im Telefonregister, der vor unerwünschter Werbung und Telefonanrufen schützen soll – noch der Kleber auf dem Briefkasten nützt?

„Stopp, es gilt!“ hiess es im Kindergarten meiner Kinder, falls man wirklich wollte, dass ein anderes Kind mit necken, stupfen oder gar schlagen aufhören sollte. Warum gilt das nicht für den Briefkasten? Wir verlangen deshalb, dass im Gesetz über den unlauteren Wettbewerb klar geregelt wird, dass Stopp auch wirklich Werbe-Stopp heisst und eingehalten wird.

Den Brief mit dieser Forderung haben wir übrigens sehr präzis und genau an die richtige Bundesstelle adressiert. Falls wir mit unserem Anliegen nicht durchkommen, liegt es vielleicht daran, dass es in Bundesbern Briefkästen gibt, welche einen Stopp-Kleber über den Einwurf-Schlitz geklebt haben?

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

3 Kommentare zu “Adressat bekannt”



pit

da die unerwünschte junk mail von swisscom verteilt wird, landet sie umgehend in einem gelben briefkasten. wie du mir – so ich dir.



Hardy Jäggi

Ich ärgere mich auch oft über die vielen Prospekte und Bettelbriefe. Aber vergessen wir dabei bitte nicht, wie viele Arbeitsplätze direkt und indirekt mit dieser Werbung zusammenhängen.

Das fängt an bei der Werbeagentur, geht über die Papierhersteller und -händler zur Druckerei bis hin zur Post.

Anstatt „den Mist auf die Strasse“ zu werfen, legen Sie die Prospekte doch einfach ins Altpapier. Dann hat nämlich die Schule auch noch etwas davon.

Ich glaube, wir haben grössere Probleme zu lösen, als sich über Werbung aufzuregen – auch beim Konsumentenschutz.



MAD

gute idee.
würde am liebsten jedesmal beim leeren vom briefkasten
den ganzen mist auf die strasse werfen.
vielleicht sollten wir alle das wirklich mal aus protest auch tun.
aber nicht genug,
die werbung wird ja heutzutage schon den rechnungen beigelegt.
und nicht nur bei einer, sondern immer wieder bei jeder rechnung die gleiche werbung.
wer ein postfach hat, dem gehts besser.
da kann man den werbe-abfall gleich dort lassen.

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