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Gesundheitspolitischer Wellengang

„Diese Änderungen werden in der Gesundheitspolitik mit Sicherheit hohe Wellen schlagen.“ Die Vorankündigung der Medienkonferenz von pharmaSuisse vom kommenden Mittwoch lädt zum Träumen und Phantasieren ein: „Neues Rollenverständnis der Schweizer Apotheker sorgt für Umbruch im öffentlichen Gesundheitswesen“, so der Titel des Papiers des Schweizerischen Apothekerverbands.

Die angekündigte Rollenänderung weckt Hoffnungen! Wellenwerfender Wechsel wird angekündigt mit der…

… „Rolle in der Prävention verstärken“: Momentan werben immer mehr Pharmahersteller unter dem Deckmantel der Prävention und Aufklärung im Internet für ihre Produkte. Rechtlich bewegen sie sich dabei oft im Graubereich. Entweder schliessen sich die Apotheker diesem Trend an- oder sie  präsentieren neue, griffige Massnahmen der Gesundheitsförderung, eventuell sogar gekoppelt mit komplementärmedizinischen Leistungen.

… „Rolle in der Regulierung des Medikamtenmarktes“: Stellen sich die Apotheker dem vor einem Monat erhobenen Vorwurf des Preisüberwachers? Dieser prangert an, dass die momentan gültige Margenberechnung falschen Anreiz zum Verkauf von teuren Medikamenten gibt und unsere Gesundheitskosten damit unnötig verteuert werden. Möglich wäre auch, dass die Apotheker allenfalls zukünftig auf Boni und Vergünstigungen verzichten, die sie zwecks Bewerbung eines speziellen Medikaments von der Pharmaindustrie erhalten. Das wären erste konsequente Schritte auf dem Weg aus der „korruptionsähnlichen Beeinflussung“ – um Worte des Bundesrats von 2003 zu verwenden.

Zu guter Letzt die „Rolle in der Personalisierung der Pflegeleistungen“: Wechselt die Bezeichnung für die Entschädigung der Apothekerleistungen zum vierten Mal und die Apotheker erstellen nach der „Taxe“, der „Pauschale“ und des „Bezug-Checks“ nun das „PPD“ (personalifiziertes Pflegedossier)? Oder traumhaft: Der Konsument bezahlt zukünftig nur noch die persönlichen Beratungsleistungen, die er wirklich in Anspruch genommen hat.

Bis Mittwoch ist das Phantasieren erlaubt: Ich kann mir bis übermorgen noch weitere Szenarien ausmalen, die im Gesundheitswesen hohe Wellen schlagen würden. Leider begleitet mich beim Schreiben dieser Zeilen der schale Verdacht, dass mit dem zukünftigen Rollenverständnis des Schweizerischen Apothekerverbands der angekündigte Wellenwurf dürftig ausfallen wird.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

 


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