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Eine fast unglaubliche Geschichte

Bislang habe ich im Zusammenhang mit Versicherungen meist davon gehört, dass diese in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen irgendwelche unvorteilhaften Klauseln versteckt hatten – unvorteilhaft für die Konsumenten natürlich! – oder dann in Schadensfällen nicht zahlen wollen. Hier für einmal eine ganze andere Geschichte:

Eine Bekannte von mir ist seit rund zwanzig Jahren Privathaftpflicht versichert und entschloss sich nun vor rund zwei Jahren, auch ihren Hausrat zu versicheren. Gedacht, getan: Sie schloss beide Versicherungen in einem Päckli bei einem neuen Versicherer ab.

Ich bin nicht sicher, ob es aufgrund unserer Ermahnungen ist: Wir legen den Versicherten ja sehr ans Herz, ihre Versicherungen, von Krankenkasse bis Autoversicherung über Unfall und Privathaft, jeweils gut zu überprüfen. Wer Überversicherung und Doppelspurigkeiten vermeidet, kann schliesslich eine Menge Geld sparen. Item. Meine Bekannte wurde sich also plötzlich Gewahr, dass sie nun seit zwei Jahren die Privathaftpflicht doppelt zahlt und wollte diese bei ihrem „alten“ Versicherer kündigen. Dieser hatte zwar 20 Jahre gut an ihr verdient, war aber nicht bereit, sie vorzeitig aus dem Vertrag zu entlassen: Bis Mitte 2010 dauere der Vertrag und damit basta, war der Bescheid. Nach etlichen Telefonanrufen und Schreiben gab sie sich geschlagen und erkundigte sich bei ihrer neuen Versicherung, ob es da eventuell möglich sei, aus der Privathaftpflichtversicherung auszusteigen. Der Berater fand, das sei nun wirklich ärgerlich, die Versicherung doppelt zu zahlen. Er schaue, was sich machen lasse und melde sich wieder. Zwei Tage später erkundigte er sich nach der Kontonummer und zahlte der bass erstaunten Frau die Prämien zurück. Nicht nur für das laufende Jahr, sondern rückwirkend für zwei Jahre. Über 300 Franken wies ihr nächster Bankauszug an Rückzahlungen aus!

Und was wir lernen können aus der Geschichte? Nicht alle Versicherungen halten sich strikt an ihre Vertragsbedingungen, sondern setzen in erster Linie auf Kundenservice und Kulanz. Und weiter: Es lohnt sich auf jeden Fall, den Überblick auf die abgeschlossenen Versicherungen zu behalten! Wie wär’s, am nächsten verregneten Wochenende ihre Versicherungspolicen und Vertragsbedingungen wieder einmal zur Hand zu nehmen? Das kann sich auszahlen!

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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