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Vegetarische Wasserbilanz

Schätzungsweise 120 Liter Wasser benötigt eine Schweizerin oder ein Schweizer pro Tag. Für’s Duschen oder Baden, WC-Spülen, Kleider oder Geschirr waschen, Kochen etc., lese ich heute in der Zeitung. So viel? Ich will mir schon auf die Achseln klopfen und mich loben, dass ich mit meinem Verbrauch wohl unter dem Durchschnitt liege. Nur, ehrlich gesagt, ich weiss nicht einmal, wieviel Liter Wasser eine Toilettenspülung benötigt oder wieviel Wasser ich für eine Dusche das Abflussrohr hinunter lasse.

Im Alltag mache ich mir – ehrlich gesagt – auch nicht allzu viele Gedanken um meinen Wasserverbrauch. Wasser ist lebensnotwendig und Wasser ist da. Jedenfalls bei uns. Mehr Gedanken als ich macht sich der britische Professor John Anthony Allan. Seit mehr als zwanzig Jahren erforscht er den weltweiten Wasserverbrauch. Eine Forschung mit Zukunft, schliesslich leiden nicht nur wüstennahe Regionen je länger je mehr unter Wasserknappheit, auch China, der nahe Osten, Kalifornien und – uns besonders nahe – Spanien oder Italien haben damit zu kämpfen.

Professor Allan ist im Verlauf seiner Forschungstätigkeit zum Vegetarier geworden. Fleischesser würden extrem viel mehr Wasser verbrauchen als Vegetarier, hat er erkannt. Etwa 80 bis 90 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs werde für die Lebensmittelproduktion verbraucht. Die Zahlen, die er zur Illustration aufzeigt, sind beeindruckend: Für eine Tasse Kaffee rechnet er mit einem Verbrauch von 140 Litern. Enorm viel, denke ich mit schlechtem Gewissen an meine zwei, drei Tassen pro Tag. Gegen einen Hamburger oder ein Kilo Rindfleisch ist das ein Klecks: 2400 Liter oder gar 16000 Liter! Lediglich 900 Liter Wasser müssen für ein Kilo Kartoffeln eingesetzt werden. Da leuchtet es ein, dass die Wasserbilanz von Vegetarier eindeutig besser ausfällt.

Der Professor ist auch überzeugt, dass der Wasserverbrauch in nicht allzu ferner Zukunft auf den Produkten deklariert wird. Auf einem halben Kilo Rindfleisch steht dann zum Beispiel „Wasserverbrauch: 8000 Liter“ und womöglich noch, wieviel CO2 für die Fleischproduktion ausgestossen wurde (pro Kilo Rindfleisch etwa 13 Kilo CO2, das viel klimaschädlichere Methan nicht mitgerechnet). Falls ich mich bis dahin nicht vegetarisch ernähre, werde ich das Fleisch wohl zuunterst in meinem Einkaufswagen verstecken – etwa so verschämt wie Jugendliche, die ihre ersten Pariser im Laden erstehen.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz


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Ein Kommentar zu “Vegetarische Wasserbilanz”



MAD

kommt noch hinzu dass nun wasser-klein-kraftwerke gefördert werden,
nicht aber die sonnenenergie-erzeugung.
auch hier kann das wasser schnell mal knapp werden.
man darf sich nicht auf nur eine sparte beschränken sondern muss diversifizieren.

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