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Hochspannung bei Wettbewerb und Preisen

Eine Entscheidung, die mit Spannung erwartet wurde: Ab Oktober 08 wird Rudolf Strahm als Preisüberwacher abgelöst und an seine Stelle tritt Stefan Meierhans, zurzeit tätig als „Lead Corporate Affairs and Citizenship bei Microsoft Schweiz“ (Pressemitteilung des EVD).

Erstaunen macht sich breit in der Geschäftsstelle der Stiftung für Konsumentenschutz. Herr Meierhans arbeitet zur Zeit als Cheflobbyist beim weltweit bekanntesten Computerunternehmen: Ein solch marktbeherrschendes Unternehmen muss als einer der weltweit grössten Monopolisten bezeichnet werden.

Der zukünftige Preisüberwacher soll genau in diesem Bereich -nämlich beim Kampf gegen ungerechtfertigte Monopole und für die Durchsetzung des Wettbewerbs- tätig sein. Er muss eingreifen, wenn Monopolisten ihre Stellung ausnutzen und mit zu hohen Preisen (oft einhergehend mit ungenügend entwickelten Produkten) den Unmut der Konsumenten und Konsumentinnen auf sich ziehen oder schlichtweg ihre Stellung missbrauchen.

Konsumentenanliegen zu vertreten ist oft ein schwieriges Unterfangen: Auf allen Ebenen mischelt die Wirtschaft mit und versucht, ihre Anliegen an vorderste Stelle zu manöverieren. Da braucht es einen starken Willen, dem grossen und mächtigen Lobbyistentum entgegenzuwirken. Stefan Meierhans kennt diesbezüglich die Spielregeln und kann nun dieses Wissen zu Gunsten der Konsumentenschaft nutzen- im gegenteiligen Verfahren, versteht sich.

Mit Hochspannung warten wir auf klare Signale vom neuen Preisüberwacher, die zeigen, dass sein Wirken ausschliesslich dem Anliegen der Konsumenten dient.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

5 Kommentare zu “Hochspannung bei Wettbewerb und Preisen”



Reini

Paralellimporte machen Abhängig von ausländischen Exporteuren die genau wissen, dass in der Schweiz ein höherer Preis zu holen ist weshalb ich nicht an Preissenkungen glaube.



Theo

Post, SBB, Swisscom und EWs sind Betriebe, die meiner Meinung nach von der öffentlichen Hand verwaltet werden sollten. Herr Meierhans ist bedingt auch dieser Meinung.
Bei nicht öffentlich verwalteten Betrieben sollte es jedoch Wettbewerb geben. Die Firma Microsoft bekennt sich auch zu Wettbewerb, beherrscht diesen jedoch mit aggressiven und unlauteren Methoden, wie immer wieder gerichtlich festgestellt wird, ist also ein mehrfach verurteilter Monopolist.
Ein Management-Mitglied dieser Firma, die überteuerte Software verkauft und auch den reichsten Aktionär der Welt produziert hat, zur Überwachung der Preise einzusetzen, finde ich absurd.



Kim

@HBS: Schon mal Bahn gefahren in Grossbritannien? Und so 2 oder 3 Einwurfkästen nebeneinander sind auch nicht wirklich die Krönung der Wahlfreiheit.
Aber eigentlich geht’s hier gar nicht um Wettbewerb gegen staatliche Grundversorgung, sondern um Interessenverstrickungen. Und so weit ist da der Gedanke nicht, dass jemand, der zuvor für Microsoft gearbeitet hat, am Tag darauf seinem vorherigen Arbeitgeber nicht an den Karren fahren wird. Muss nicht sein, liegt aber nahe.



HBS

Sehr geehrte Frau Sara Stalder,

Sie haben recht, der zukünftige Preisüberwacher soll ungerechtfertigte Monopole kämpfen. Aber Rudolf Strahm und die Stiftung für Konsumentenschutz haben nichts gegen Monopolisten wie die Post, SBB, Swisscom und die Elektrizitätswerke getan. Also, sie können nicht einfach sagen, dass Sie und die Stiftung für Konsumentenschutz für Wettbewerb stehen.
Sie kennen Stefan Meierhans sicher nicht so gut. Vielleicht sollten Sie warten, bis er das Amt übernimmt.

Deswegen denke ich, dass das Konsumentenforum die Konsumenten besser als die Stiftung für Konsumentenschutz vertritt. Mehr Wohlstand durch Wettbewerb.

HBS



Uwe Scheibler

Seit 36 Jahren gibt es nun dieses Amt des „Monsieur Prix“. Und logischerweise waren es bisher alles Männer, die diesen Job machten. Wenn ich aber daran denke, dass immer noch die Hälfte unserer Bevölkerung weiblich ist, in der Erwerbsarbeit mehrfach benachteiligt und dafür sozial stärker belastet ist als die andere Hälfte, dann wäre es doch einmal
höchste Zeit für eine „Madame Prix“, oder?

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