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Fitnessprogramme

Seit gestern Abend kurz nach 22.30 Uhr ist klar: Die spanische Fussballnationalmannschaft hatte sich am effizientesten auf die Euro 08 vorbereitet. Dies bewies sie gestern mit ihrem Titelgewinn deutlich. Handelte es sich wirklich nur um das optimale Training? Beeinflussten noch andere Faktoren diesen Sieg? Als mässig begeisterte Fussballfreundin liegt mir eine diesbezügliche Beurteilung fern.

Für tolle Erfolge während der Wettkämpfe an den olympischen Spielen in Peking fliessen zur Zeit bestimmt noch literweise Schweisstropfen. Jeder Athlet und jede Sportlerin bereitet sich in der Endphase minuziös vor. Somit können sie dem Start der Spiele am 08.08.08 um 08.08 Uhr mit Zuversicht entgegen schauen. Ob die Vorbereitungen noch durch andere Faktoren geprägt werden, kann ich hier wiederum nicht beurteilen. Vielleicht gehört zum Trainingsprogramm das Berechnen, wann die letztmögliche Doping-Portion eingenommen werden kann? Wann besteht kein Risiko, im olympischen Kontrollnetz „positiv“ hängen zu bleiben?

Fit machen sich ebenfalls verschiedene schweizerische Energieversorgungsunternehmen. Sie wollen beim ersten Schritt in die Öffnung des Strommarktes am 01.01.09 bestens vorbereitet sein. Dieses „Sich-in-Position-bringen“ wurde in der vergangenen Woche zunehmend öffentlich gemacht. Das Fitnessprogramm der Unternehmungen entlockt bei allen Strombezügern zuerst ungläubiges Staunen, das anschliessend in Ärger und Wut umschlägt. Wütende Anfragen häuften sich. Ist ein Strompreis-Aufschlag von 20 oder mehr Prozent gerechtfertigt?

Ich frage mich auch hier: Werden in dieses Fitnessprogramm ebenfalls dopingähnliche Faktoren eingeflochten? Die BKW tröstet ihre Kundschaft damit, dass in den vergangenen 14 Jahren der Preis für Strom stabil blieb. Wieso starten die Energieversorgungsunternehmungen sozusagen in letzter Minute ihre Fitnesstrainings?

Diese Vorbereitungsarbeit muss strengstens verfolgt und überprüft werden. Das fordert die neu geschaffene ElCom, die Kommission, die einschreiten muss, wenn Strompreis-Erhöhungen ungerechtfertigt sind. Sie muss gewährleisten, dass ihr Kontrollnetz alle Dopingsünder auffängt.

Ein kurzfristig angesetztes Fitness-Programm vor dem Wettkampfbeginn hat bislang noch nie zum Sieg geführt. Es ist zu hoffen, dass sich dies auch im Energieversorgungs-Bereich bewahrheitet.

Sara Stalder

Geschäftsleiterin Stiftung für Konsumentenschutz

Ein Kommentar zu “Fitnessprogramme”



Markus Saurer

Sie denken wahrscheinlich daran, dass eine Strompreiserhöhung von der Kostenseite her „gerechtfertigt“ sein muss. Leider kann man auch das Stromversorgungsgesetz und die Stromversorgungsverordnung so interpretieren. Das kann zur Folge haben, dass wir in Zeiten steigender Energiepreise (Öl, Gas, Strom), die aktuelle und künftige Knappheiten
signalisieren, den Strom zu billig abgeben. Ein Pyrrhussieg für die Konsumenten droht. Es ist volkswirtschaftlich immer falsch und auf Dauer ineffizient, das Opportunitätskostenprinzip zu verletzen. Nun gut, diese Politik wird nicht lange Bestand haben können….
Mit besten Grüssen
Markus Saurer

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