Startseite Allgemein Preisüberwacher-Studie: Untätige Politik und Verwaltung halten Gesundheitskosten hoch

Preisüberwacher-Studie: Untätige Politik und Verwaltung halten Gesundheitskosten hoch

medikamente_gesundheit_tabletten_pillen_medizin_7In einer heute veröffentlichten Studie rechnet der Preisüberwacher wiederum vor, dass die Schweiz im europäischen Durchschnitt die höchsten Generikapreise hat. Dabei sind die Massnahmen dagegen längst bekannt: Mit der Einführung eines Festbetragssystems könnten massive Einsparungen gemacht werden.  Die SKS verlangt zudem eine jährliche Preisüberprüfung, um ungerechtfertigte Währungsgewinne der Pharmaindustrie zu verhindern.

Die alljährlich steigenden Krankenkassenprämien zeigen regelmässig, dass von Politik und Verwaltung zu wenig unternommen wird, um den ansteigenden  Gesundheitskosten entgegen zu wirken. Dabei könnte insbesondere bei kassenpflichtigen Medikamenten viel gespart werden. Denn Konsumentinnen und Konsumenten bezahlen in der Schweiz viel mehr als im Ausland, wie der heute veröffentlichte Auslandsvergleich des Preisüberwachers bei Generika und patentabgelaufenen Originalpräparaten zeigt. Besonders frappant: Patientinnen und Patienten bezahlen im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in der Schweiz im Schnitt für Generika mindestens das Doppelte des Preises. Im Vergleich zu den Schweizer Verhältnissen sind die Preise bei der Hälfte der untersuchten 15  Länder seit der Erhebung vom vergangenen Oktober 2015 sogar noch gesunken. Am grössten ist der Unterschied zu den Niederlanden, dort sind die Preise zwölfmal tiefer als in der Schweiz.

 

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Die Einführung eines Festbetragssystems ist deshalb längst überfällig. Nach diesem System werden Generika und patentabgelaufene Medikamente mit dem gleichen Wirkstoff in Gruppen zusammengefasst und pro Gruppe ein Preis festgelegt, der von der Krankenkasse vergütet wird. Durch die Einführung dieses Systems wären gemäss einer früheren Studie des Preisüberwachers Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe möglich.

Kosteneinsparungen – wie sie die SKS in der kürzlich durchgeführten Vernehmlassung zu den Änderungen der Verordnung über die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) vorgeschlagen hat – sind zu erreichen, wenn  die Medikamentenpreise auf das neue Wechselkursniveau  angepasst und  alle Medikamentenpreise ab 2018 jährlich überprüft werden müssen. Zudem braucht es ein Rekursrecht auch für die Versicherten, denn bisher kann einzig die Pharmaindustrie gegen festgesetzte Preise des BAG klagen. Da verwundert es nicht, dass das Kriterium der Wirtschaftlichkeit im Krankenversicherungsgesetz KVG bisher vernachlässigt wurde. Diese Massnahmen sind wichtig, um die Vorgaben des KVG und des Bundesgerichtes einzuhalten und Kostenersparnisse zu erreichen.

 

Quelle Grafik: Auslandspreisvergleich von Generika und patentabgelaufenen Originalmedikamenten, Website Preisüberwacher

 


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